Kriegsverbrechen benennen und neue Schritte der gemeinsamen Kämpfe gehen

Kriegsverbrechen in Nord- und Ostsyrien – Ein Dossier der Jineolojî Akademie in Rojava

Jineolojî ist die Wissenschaft der Frauen und des Lebens. Es gibt Zeiten, in denen Leben und Existenz akut bedroht sind. Wir leben in einer solchen Zeit – in einer Zeit des Dritten Weltkriegs. In solchen Zeiten ist es wichtig, Kriegsverbrechen die begangen wurden zu benennen und sie sichtbar und hörbar zu machen. Aufmerksamkeit und Bewusstsein zu schärfen. Auf dieser Grundlage hat die Jineolojî Akademie in Rojava ein Dossier zusammengestellt, das die im Januar 2026 in Rojava und Nord- und Ostsyrien begangenen Kriegsverbrechen darstellt und analysiert.

Unsere Einschätzung als Jineolojî Akademie Rojava ist, dass diese Angriffswelle, die am 6. Januar 2026 begann, nicht nur militärische Ziele verfolgt, sondern auch politische und soziale Auswirkungen herbeiführen will. Diese Angriffswellen, die in den kurdischen und syrischen Vierteln von Aleppo begannen und sich bis zu den Linien von Raqqa und Deir ez-Zor ausdehnten, zielen auf das gemeinsame Leben der Völker und das Modell der Autonomen Verwaltung in Nord und Ostsyrien ab.

Ziel dieser Studie ist die militärischen Angriffe von Hayat Tahrir al-Sham (HTS), IS und dem türkischen Staat gemäß dem humanitären Völkerrecht und den Kriterien für Kriegsverbrechen zu bewerten. Informationen von vor Ort, Zeugenaussagen und regionale Berichte deuten darauf hin, dass ein erheblicher Teil der Aktionen dieser Akteure nicht als natürliche Folgen des Krieges, sondern als vorsätzliche und systematische Angriffe auf Zivilisten zu betrachten ist. Dazu gehören direkte Angriffe auf zivile Wohngebiete, Vertreibung, Zerstörung von Infrastruktur, Hinrichtungen, Folter und Belagerungstaktiken. Die Erkenntnisse, dass diese Angriffe nicht nur militärische Ziele, sondern auch bestimmte Bevölkerungsgruppen aufgrund ihrer ethnischen, religiösen und politischen Zugehörigkeit ins Visier nahmen, deuten darauf hin, dass diese Vorfälle nicht zufällig waren, sondern Teil eines spezifischen Kriegskonzepts.

Ziel dieser Studie ist es, konkrete und belegte Beispiele für Kriegsverbrechen aufzuzeigen, die von diesen Akteuren in Nord- und Ostsyrien begangen wurden, einschließlich Datum, Ort und Vorgehensweise. Ziel ist es, diese Verstöße aufzudecken, den Opfern eine Stimme zu geben und die internationale Gemeinschaft an ihre Verantwortung für diese Verbrechen zu erinnern.

Wissen und Bewusstsein sind die wichtigste Grundlage, auf der wir unsere gemeinsamen Kämpfe für freie, demokratische und selbstverwaltete Gesellschaften in Kurdistan, Syrien, dem Mitteren Osten und auf der ganzen Welt aufbauen.

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