Aus aktuellem Anlass empfehlen wir das folgende Buch:
Herausgeber_innenkollektiv (Hg.): Wir wissen was wir wollen. Frauenrevolution in Nord-und Ostsyrien
Das Buch gibt einen Überblick über die Selbstverwaltung und Organisierung der Frauen in Nord- und Ostsyrien. Es beleuchtet historische Hintergründe und praktische Erfahrungen der demokratischen Selbstverwaltung. Das Buch basiert auf Interviews mit Frauen aus der Region.
Das Buch
In Nord- und Ostsyrien wurde seit 2011 ein basisdemokratisches Projekt aufgebaut, welches sich ideologisch auf die kurdische Freiheitsbewegung bezieht. Es ist inspiriert vom Konzept des Demokratischen Konföderalismus, welcher auf Frauenbefreiung, Geschlechtergleichheit, Basisdemokratie und Ökologie fußt. Der gesellschaftliche Transformationsprozess wird auch als Frauenrevolution bezeichnet. Die Realisierung der Frauenrevolution ist keine abstrakte Utopie, sondern konkrete Realität an der gesellschaftlichen Basis. Doch was heißt das konkret?
Das Herausgeber_innenkollektiv führte Interviews mit Frauen, die diese Frage aus ihrer Perspektive beantworten und die Umsetzung der Frauenrevolution in die Praxis beschreiben. Zentral in ihren Erzählungen ist der gelebte Widerstand, nicht nur gegen militärische Angriffe auf die Region, sondern auch gegen patriarchale Strukturen in der Gesellschaft. Sie berichten von der Organisation in Räten, dem Aufbau einer alternativen Ökonomie und warum es dafür autonome, feministische Organisierung braucht. Neben einer historischen Einordnung der kurdischen Frauenbewegung und ihren ideologischen Bezugspunkten zeigt das Buch die Bedeutung einer internationalistischen Frauenbewegung und feministischer Organisierung für eine globale Perspektive auf gesellschaftlichen Wandel.
Die Herausgeber_innen
Das Herausgeber_innenkollektiv reiste als feministische Delegation der Kampagne „Gemeinsam Kämpfen“ im Winter 2018/19 von Deutschland aus in die nord- und ostsyrischen Gebiete, um besser zu verstehen, was eine Frauenrevolution bedeuten kann. Das Buch entstand als gemeinsames Projekt mit der Jineolojî Akademie in Nord- und Ostsyrien.