[Broschüre] Aus der Vergangenheit lernend Zukunft bilden – Briefe an Şehîd Ronahî
Andrea Wolf Institut
Vor 27 Jahren wurde Andrea Wolf als Internationalistische Revolutionärin in den freien Bergen Kurdistans vom Türkischen Militär ermordet. Ihr Weg der Freiheitssuche aus den Metropolen Europas legte eine Basis für die Entwicklung internationalistischer Perspektiven, Organisationen und Kämpfe, die den Kurdischen Freiheitskampfes in die Welt tragen.
Aus den Bergen hat Andrea Wolf/ Şehîd Ronahî an ihre Freund*innen in Europa Briefe geschrieben. In diesen hat sie ihre über ihre Träume und Fragen geschrieben, Erkenntnisse aus dem Leben in der Frauenguerilla mitgeteilt und Perspektiven bezüglich internationalistischer Organisierung gegeben. Heute, an 15. Januar 2026 wäre Andrea Wolf / Şehîd Ronahî 61 Jahre alt geworden. Noch immer bewegen uns die gleichen Themen: Wie Internationalismus organisieren, das Paradigma der demokratischen Moderne in die Welt tragen und wie die Revolution in Kurdistan verteidigen?
Vor einer Woche haben die Söldnergruppen der Syrischen Übergangsregierung und des Türkischen Staates die selbstverwalteten Viertel Aleppos, Şêxmeqsûd und Eşrefiyê, massiv angegriffen. Die Angriffe zielen besonders auf die Zivilgesellschaft und die Infrastruktur, wie auf Krankenhäuser und Wasserversorgung. Die mörderischen und folternden Methoden der dschihadistischen Söldnergruppen, die von den imperialistischen Mächten unterstützt statt gestoppt werden, ist alles Leben verachtend. Die Waffenruhe, die die letzten Monate dazu geführt hat, dass die Aufbauarbeiten der Kommunen und Räte sich weiterentwickeln konnten, beginnt nun zu bröckeln und Rojava/Nord-und Ost-Syrien bereitet sich auf einen erneuten Krieg vor. In diesen Zeiten des aktiven Krieges, in denen die Revolution auf ihre Verteidigung angewiesen ist, sind Andreas Worte aktueller denn je:
“Ich würde mir wünschen, daß es in den Metropolen Bewegungen gäbe, die diesen Krieg angreifen, unmöglich machen würden. Einfach den Nachschub kappen. … das wäre was. Eine militante Bewegung, die die Kriegsmaschine lahmlegt.“ (Şehîd Ronahî, 1. Mai 1997)
Es ist derselbe türkische Staat, der Andrea ermordet hat, der nun wieder dieses Land angreift und auch die Unterstützung dieses Krieges bleibt, da die Europäische Union gerade erst der dschihadistischen Übergangsregierung Syriens 620 Millionen Dollar versprochen hat.
Zu ihrem 61. Geburtstag haben Internationalist*innen ihre Briefe noch einmal gelesen und beantwortet. Während wir ihren Fußstapfen folgen, folgen wir ihren Fragen, Diskussionen und Erkenntnissen und knüpfen daran an. Die gesammelten Briefe sind wurden in dieser Broschüre gebündelt und sollen ein Beitrag zu den Diskussionen sein, den Internationalismus des 21. Jahrhunderts zu gestalten und eine „Bewegung, die die Kriegsmaschine lahmlegt“ zu sein.