{"id":1775,"date":"2025-07-26T22:16:32","date_gmt":"2025-07-26T19:16:32","guid":{"rendered":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/?p=1775"},"modified":"2026-01-29T21:46:43","modified_gmt":"2026-01-29T18:46:43","slug":"der-kampf-fuer-frauenbefreiung-und-eine-demokratische-gesellschaft-in-verhandlungs-und-friedensprozessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/2025\/07\/26\/der-kampf-fuer-frauenbefreiung-und-eine-demokratische-gesellschaft-in-verhandlungs-und-friedensprozessen\/","title":{"rendered":"Der Kampf f\u00fcr Frauenbefreiung und eine demokratische Gesellschaft in Verhandlungs- und Friedensprozessen"},"content":{"rendered":"<p>Mit dem historischen Aufruf von R\u00eabert\u00ee (Abdullah \u00d6calan) f\u00fcr Frieden und eine demokratische Gesellschaft wurde deutlich, wie wichtig es ist, die Erfahrungen der kurdischen Frauenfreiheitsbewegung in vorherigen Friedens- und L\u00f6sungsprozessen sowie die Erfahrungen von Frauen in anderen L\u00e4ndern zu bewerten. Friedensprozesse, die in der Fortsetzung bewaffneter Befreiungsk\u00e4mpfe begannen, unterliegen in jedem Land spezifischen historischen, kulturellen und politischen Realit\u00e4ten. Es gibt Unterschiede hinsichtlich der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedingungen, der Politik regionaler und hegemonialer M\u00e4chte sowie hinsichtlich Ideologie, Organisationsgrad und Politik der Befreiungsbewegungen. Es gibt kein Patentrezept, das direkt von einer Region auf eine andere \u00fcbertragen werden kann. Die Analyse der Erfolge und Defizite in den Erfahrungen von Frauen und Bewegungen in verschiedenen Teilen der Welt liefert jedoch wichtiges Wissen f\u00fcr die Gestaltung der Politik der Frauenfreiheitsbewegung in diesem historischen Prozess.<\/p>\n<p>Seit dem Ersten Weltkrieg haben Frauen aus verschiedenen L\u00e4ndern und Bewegungen als Friedensaktivistinnen wichtige Anstrengungen unternommen, um das System m\u00e4nnlich-staatlicher Herrschaft, Rassismus und Ausbeutung zu ver\u00e4ndern. Beispiele hierf\u00fcr sind die <strong>Internationale Konferenz Sozialistischer Frauen gegen den Krieg in Bern 1915<\/strong> und der <strong>Internationale Frauenkongress f\u00fcr den Frieden in Den Haag<\/strong>, an dem 1136 Frauen aus 12 L\u00e4ndern teilnahmen. Mit der wegweisenden Rolle der Konferenz sozialistischer Frauen wurde die <strong>internationalistische Solidarit\u00e4t von Frauen und Arbeiterinnen gegen Nationalismus, Militarismus, Kapitalismus und imperialistische Kriegsf\u00fchrung<\/strong> wiederbelebt. Diese Position wurde zur Grundlage der Sowjetrevolution und der Aufst\u00e4nde von Arbeiter:innen und Soldat:innen, die den Ersten Weltkrieg beendeten. <strong><i>\u201eDer Krieg wurde von M\u00e4nnern gemacht, er muss von Frauen beendet werden,\u201c<\/i><\/strong> dr\u00fcckt sowohl das Bewusstsein des Den Haager Kongresses aus, als auch den Titel des Manifests der armenischen Delegierten des Haager Kongresses, Lucy Thoumaian. Die Beschl\u00fcsse und Bem\u00fchungen der Delegierten des Den Haager Kongresses zur Errichtung eines st\u00e4ndigen internationalen Gerichtshofs zur Verfolgung von Kriegsverbrechen, zur Definition von Massenvergewaltigung als Kriegsmittel und Kriegsverbrechen, zum Verbot des Waffenhandels, zur Schaffung einer neuen Weltwirtschaftsordnung und zur Gr\u00fcndung der Internationalen Frauenliga f\u00fcr Frieden und Freiheit (WILPF) legten Grundsteine f\u00fcr die Gr\u00fcndung des V\u00f6lkerbundes (der Vorg\u00e4ngerorganisation der Vereinten Nationen) und des V\u00f6lkerrechts.<\/p>\n<h4><b>Verhandlungsprozesse und Friedensabkommen<\/b><\/h4>\n<p>Obwohl Frauen sowohl international als auch durch ihre gesellschaftlichen Beziehungen und ihre gesellschaftliche Arbeit die Wegbereiterinnen f\u00fcr L\u00f6sungs- und Friedensprozesse waren, wurden Frauen und ihre Forderungen in Verhandlungsmechanismen und Friedensabkommen weitgehend au\u00dfen vor gelassen. In den 1990er Jahren, gepr\u00e4gt von den Kriegen und V\u00f6lkermorden in Jugoslawien und Ruanda, organisierten feministische und friedensbewegte Frauen internationale Kampagnen, um Vergewaltigung und sexualisierte Gewalt als Kriegsverbrechen zu ahnden. Als Ergebnis der K\u00e4mpfe der Frauen verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen im Jahr 2000 die <strong>Resolution 1325<\/strong>, um geschlechtsspezifische Gewalt in Kriegszeiten zu verhindern und zu bestrafen und die Beteiligung von Frauen an Friedensprozessen sicherzustellen. UN-Daten zeigen jedoch, dass Frauen nur an 6 % der zwischen 1992 und 2019 unterzeichneten Friedensabkommen aktiv beteiligt waren. Die Studien belegen, dass Dialog- und Friedensprozesse, die den Willen und die Perspektiven von Frauen nicht ber\u00fccksichtigen, scheitern und keinen dauerhaften gesellschaftlichen Frieden schaffen. Die Wahrscheinlichkeit der Umsetzung von Friedensabkommen steigt in Prozessen mit Frauenbeteiligung um 35 %. Wichtig ist jedoch auch, dass die Beteiligung von Frauen nicht nur symbolisch, also elit\u00e4r, ist. Noch wichtiger ist, dass Frauen aus allen gesellschaftlichen Bereichen an den Diskussionsprozessen teilnehmen und durch Vertreterinnen der Frauenbewegung ihren Willen und ihre Forderungen wirksam in Friedensabkommen einbringen und umsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das herrschende Verst\u00e4ndnis von <strong>Friedensprozessen als Elitepolitik<\/strong> basiert auf f\u00fcnf Phasen:<\/p>\n<p>1. Verhandlungen zwischen Vertreter:innen der Konfliktparteien. Oftmals unter Beteiligung von Beobachter:innen oder Vermittler:innen.<\/p>\n<p>2. Vereinbarung und Unterzeichnung von Friedensabkommen.<\/p>\n<p>3. Beendigung milit\u00e4rischer Konflikte.<\/p>\n<p>4. \u201cR\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t\u201d (Entwaffnung und Aufl\u00f6sung nichtstaatlicher Streitkr\u00e4fte sowie Umsetzung staatlicher Reformen).<\/p>\n<p>5. Reintegration ehemaliger Kombattant:innen in das System von Staat, Gesellschaft und Familie.<\/p>\n<p>Viele Friedensprozesse, die mit diesem Verst\u00e4ndnis umgesetzt wurden, sind gescheitert. Das Osloer Abkommen von 1993 zwischen Israel und der Pal\u00e4stinensischen Befreiungsorganisation (PLO) oder die Arusha-Abkommen von 1993 zur Beendigung des B\u00fcrgerkriegs in Ruanda sind Beispiele daf\u00fcr. So wie sich <strong>nach der Unterzeichnung dieser Friedensabkommen die gr\u00f6\u00dften Massaker<\/strong> in <strong>Pal\u00e4stina<\/strong> und <strong>Ruanda <\/strong>ereigneten, ver\u00fcbte der sri-lankische Staat drei Jahre nach dem Scheitern des Oslo-Prozesses im Jahr 2006 die gr\u00f6\u00dften Massaker an der Zivilbev\u00f6lkerung und LTTE-Kader:innen in <strong>Tamil Eelam<\/strong>. Diese Beispiele zeigen, dass sowohl nach gescheiterten Friedensgespr\u00e4chen als auch nach der Unterzeichnung von Friedensabkommen weiterhin eine gro\u00dfe Gefahr von V\u00f6lkermorden und Assassinationen besteht. Auch der Prozess, der zur Unterzeichnung des Friedensabkommens zwischen der <strong>FARC-Guerilla<\/strong> und dem kolumbianischen Staat im Jahr 2016 f\u00fchrte, verlief weitgehend in f\u00fcnf Phasen. Das Landreformabkommen wurde jedoch von den M\u00e4chten des Kapitals und der Gro\u00dfgrundbesitzer blockiert, und Hunderte ehemaliger Guerillak\u00e4mpfer:innen wurden von staatlichen Kr\u00e4ften ermordet.<\/p>\n<p>In vielen L\u00e4ndern, in denen der Krieg nach Friedensabkommen offiziell endete, hat die Gewalt andere Formen angenommen. So berichten Frauen aus Abya Yala, Afrika und Asien, dass nach dem Ende bewaffneter Konflikte geschlechtsspezifische Gewalt und Feminizide zugenommen haben. Ehemalige Guerillak\u00e4mpferinnen sind zudem staatlichem, ehelichem und famili\u00e4rem Druck ausgesetzt. <strong>In Prozessen, die als \u201eR\u00fcckkehr zur Normalit\u00e4t\u201c oder \u201eReintegration\u201c bezeichnet werden, versucht das m\u00e4nnlich-staatliche System, seine Dominanz aufrechtzuerhalten und Frauen und Revolution\u00e4r:innen in den patriarchalen Status Quo einzubinden.<\/strong> Durch staatliche Institutionen, Religion, Bildung und Medien werden sexistische gesellschaftliche Traditionen und die Vergewaltigungskultur verst\u00e4rkt. Nach den Friedensabkommen wird die W\u00fcrde weiblicher K\u00e4mpferinnen, wie der Frauen der FARC, oft durch Definitionen wie \u201eProstituierte\u201c oder \u201eKommandeursfrauen\u201c verletzt. \u00c4hnlich verhielt es sich mit den Kriegen und V\u00f6lkermorden in Sierra Leone, Nepal, Bosnien, Sri Lanka und vielen anderen L\u00e4ndern: <strong>Frauen wurden lediglich als passive Opfer definiert. Ihre Arbeit und ihr Kampf f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden wurden ignoriert.<\/strong><\/p>\n<p>Die <strong>sandinistischen Frauen<\/strong>, die w\u00e4hrend der nicaraguanischen Revolution die Kriegsfronten befehligten, erkl\u00e4ren, dass sie nach dem milit\u00e4rischen Sieg der Revolution 1979 nicht nur von den Entscheidungsmechanismen ausgeschlossen wurden. Neue m\u00e4nnliche Herrscher wie Daniel Ortega versuchten, Frauen auf die Rolle von Ehefrauen und M\u00fcttern zu beschr\u00e4nken und sie f\u00fcr die eigenen pers\u00f6nlichen Interessen zu instrumentalisieren. Anstelle eines demokratischen Systems, das die Rechte von Arbeiter:innen und indigenen V\u00f6lkern sch\u00fctzte, wurde erneut ein autokratisches System etabliert. Daher dauert der Kampf der Frauen gegen die Herrschaft in verschiedenen Organisationen bis heute an.<\/p>\n<p>In seiner Verteidigungsschrift Soziologie der Freiheit definiert R\u00eaber Apo (Abdullah \u00d6calan) <strong>Frieden als eine Koexistenz zwischen Demokratie und Staat<\/strong>. Ausgehend von der Pr\u00e4misse \u201eim Krieg gibt es verschiedene Parteien; die absolute \u00dcberlegenheit der einen Partei ist nicht der Fall und darf es auch nicht sein\u201c, erl\u00e4utert er drei Voraussetzungen f\u00fcr Frieden: Die erste Voraussetzung f\u00fcr Frieden ist, dass alle in Sicherheit leben k\u00f6nnen. Dies kann nur durch die Selbstverteidigung von Gesellschaften und ihren moralisch-politischen Charakter erreicht werden. Zweitens darf keine Seite dominieren. \u201eEs kann sich um einen Frieden handeln, wenn beide Parteien akzeptieren, den Krieg zu beenden, ohne dass eine von ihnen sich mithilfe von Waffen \u00dcberlegenheit verschafft.\u201c Drittens sollten alle Parteien die demokratischen Institutionen und die Arbeit der Gesellschaft zur L\u00f6sung des Problems respektieren.<\/p>\n<p>Frauenbewegungen und Friedensaktivist:innen haben in den letzten Jahren ebenfalls betont, dass Frieden nicht nur die Beendigung milit\u00e4rischer Konflikte bedeutet. Frieden wird als dynamischer Prozess definiert, der Bem\u00fchungen um Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Gleichberechtigung von Frauen und alle sozialen und politischen Komponenten umfasst.<\/p>\n<h4><b>Wahrheits- und Gerechtigkeitskommissionen<\/b><\/h4>\n<p>Ohne Prozesse der Wahrheits- und Gerechtigkeitssuche, die Frauen und alle Teile der Gesellschaft einbeziehen, und ohne die L\u00f6sung der Ursachen von Konflikten und Kriegen kann sich kein demokratisches und friedliches Zusammenleben entwickeln. So bleiben Ungerechtigkeit und Ungleichheit bestehen und werden zu einer Quelle neuer Kriege und Konflikte. <strong>Einer der wichtigsten und transformativsten Wege zur Entwicklung von Frieden ist die gemeinsame Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit.<\/strong> Die Aufdeckung der Wahrheit, die Konfrontation mit Kriegsverbrechen und ihren T\u00e4tern, Entschuldigungen und die Zur-Verantwortung-Stellung sind unabdingbar f\u00fcr die Bildung des gesellschaftlichen Ged\u00e4chtnisses, die Erneuerung des gesellschaftlichen Gewissens und die Schaffung eines dauerhaften Friedens. In diesem Zusammenhang sind <strong>alternative Geschichtsforschung<\/strong> und die <strong>Einrichtung von Wahrheits- und Gerechtigkeitskommissionen<\/strong> Handlungsfelder f\u00fcr politische und moralische Gesellschaften.<\/p>\n<p>Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden bis 2015 weltweit insgesamt 34 Wahrheitskommissionen in Konfliktgebieten eingerichtet. Die Wahrheit \u00fcber Frauen und das systematische Ausma\u00df sexualisierter Gewalt, insbesondere in Kriegen, werden jedoch nach wie vor selten ans Licht gebracht. In Nepal, Sri Lanka und vielen anderen L\u00e4ndern wurden alle Mitglieder der Wahrheitskommission und der mit der Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen beauftragten Kommissionen von der Regierung ernannt. Dadurch wurde das Erreichen der Wahrheit und die Teilhabe von Frauen erschwert. Obwohl in Kolumbien der Kampf der Frauen zur Aufnahme von f\u00fcnf Frauen und f\u00fcnf M\u00e4nnern in die nationale Wahrheitskommission f\u00fchrte, konnten die Frauen nicht die erhofften Ergebnisse erzielen. Die F\u00e4lle von Frauen wurden nicht ausreichend beobachtet und ausgewertet. Erst nach gr\u00f6\u00dferen Aufkl\u00e4rungskampagnen begannen Frauen, \u00fcber ihr Leid zu sprechen, einschlie\u00dflich aller Formen von Gewalt, darunter Entf\u00fchrung, Folter und sexualisierte Gewalt. Frauenaktivistinnen in Kolumbien kritisieren jedoch, dass Einzelf\u00e4lle sexualisierter Gewalt innerhalb der FARC in offiziellen Darstellungen und in den Medien mit systematischen Verbrechen sexualisierter Gewalt durch den Staat gleichgesetzt werden.<\/p>\n<p>Die <strong>Wahrheits- und Vers\u00f6hnungskommission in S\u00fcdafrika wurde 1995<\/strong> gegr\u00fcndet. Die Einrichtung einer Wahrheitskommission umfasst Ermittlungs-, Rechts- und Amnestiefunktionen. Dieses Modell diente auch Kommissionen in anderen L\u00e4ndern als Vorbild. Nach 46 Jahren Apartheid und Jahrhunderten brutalen Kolonialismus war es sehr schwierig, die Wahrheit vor Augen zu f\u00fchren. In diesem Prozess wurden die Konzepte der \u201eVers\u00f6hnung\u201c und der \u201etransformativen Gerechtigkeit\u201c entwickelt. Auch Frauen beteiligten sich aktiv an diesem Prozess. Die s\u00fcdafrikanische Frauenbewegung verfolgte den L\u00f6sungsprozess aufmerksam und versuchte, die M\u00e4ngel der Kommission zu beheben. Schwarze Frauen verf\u00fcgten \u00fcber ein tiefes historisches und politisches Wissen. Gleichzeitig hatten sie schwere Folter und Traumata erlebt. Dennoch reichten Frauen nur wenige Antr\u00e4ge bei der aus M\u00e4nnern bestehenden Wahrheitskommission ein. Aktivistinnen machten darauf aufmerksam und lehnten die Dominanz der M\u00e4nner in der Kommission und die Tatsache, dass Frauen von M\u00e4nnern angeh\u00f6rt wurden, ab. Infolge dieser K\u00e4mpfe wurden autonome Frauenkommissionen f\u00fcr F\u00e4lle von Frauen und sexualisierte Gewalt eingerichtet. Dadurch stieg die Beteiligungsquote von Frauen auf 56 Prozent. Die meisten Frauen waren jedoch vom Wiedergutmachungsprozess ausgeschlossen. Entsch\u00e4digungen erhielten nur Opfer von Rassismus und Apartheid. Opfer sexualisierter Gewalt und Ausbeutung erhielten keine Entsch\u00e4digung. Auch heute noch k\u00e4mpfen Frauen in S\u00fcdafrika f\u00fcr Gerechtigkeit und gegen Vergewaltigungskultur und Feminizide.<\/p>\n<p>Die 34 L\u00e4nderstudien zeigen, dass Frauen in den meisten L\u00e4ndern nicht als Akteurinnen in den Kommissionen mitwirkten oder ihre Teilnahme nur durch den Kampf der Frauenbewegungen erreichen konnten. Selbst wenn Frauen in offiziellen Kommissionen vertreten waren, beschr\u00e4nkten sich deren Ans\u00e4tze auf Rehabilitationsma\u00dfnahmen sowie psychologische und rechtliche Unterst\u00fctzung. Es wurden keine angemessenen Justizmechanismen zur Verfolgung von Verbrechen gegen Frauen eingerichtet. Frauen waren auch weniger stark an der Gestaltung von Strategien zur Pr\u00e4vention geschlechtsspezifischer Gewalt beteiligt. Aus diesem Grund haben Frauenbewegungen und -organisationen in L\u00e4ndern wie <strong>Nepal, Kolumbien und den Philippinen<\/strong> gesellschaftliche Gerechtigkeitsinitiativen entwickelt. Sie haben in allen Regionen Treffen, sogenannte <strong>\u201eFriedenstische f\u00fcr Frauen\u201c<\/strong>, organisiert. Auf diese Weise konnten Zehntausende von Frauen ihre Erfahrungen austauschen und ihre Ansichten zur Erreichung von Gerechtigkeit und Frieden diskutieren. Die sichere und zuverl\u00e4ssige Dokumentation der Aussagen tausender Frauen liefert wichtige Daten f\u00fcr die Bewertung und Beschreibung der historischen Wahrheiten \u00fcber die K\u00e4mpfe von Frauen. Gleichzeitig k\u00f6nnen Frauen so ihre gesellschaftliche Organisation st\u00e4rken und ihre Politik gestalten. Die Hingabe und das Insistieren von M\u00fcttern bei der Suche nach Vermissten setzt die Beh\u00f6rden unter Druck, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Die <strong>M\u00fctter der Plaza de Mayo in Argentinien<\/strong>, die <strong>Samstagsm\u00fctter in der T\u00fcrkei und Kurdistan<\/strong> oder die <strong>M\u00fctter von Soacha in Kolumbien<\/strong>, die \u201edie Wahrheit wussten\u201c, sind durch ihre langj\u00e4hrigen Aktivit\u00e4ten zu wichtigen Aktivistinnen des gesellschaftlichen Gewissens und des Einflusses demokratischer Politik geworden.<\/p>\n<h4><b>Die Notwendigkeit nachhaltiger gesellschaftlicher K\u00e4mpfe<\/b><\/h4>\n<p>Die K\u00e4mpfe der Frauen f\u00fcr Frieden, Demokratie und Freiheit sind permanente, soziale und politische K\u00e4mpfe. F\u00fcr den Erfolg dieser K\u00e4mpfe sind die autonome Organisation von Frauen und eine gemeinsame Haltung der Frauen grundlegend. Der diplomatische Kampf von Frauen um L\u00f6sungen und Frieden mit staatlichen Kr\u00e4ften l\u00e4sst sich im Allgemeinen in drei Phasen unterteilen:<\/p>\n<p>1. Der Kampf um Verhandlungsprozesse und die Ber\u00fccksichtigung des kollektiven Willens von Frauen in Diskussionsprozessen, Kommissionen und Entscheidungsmechanismen.<\/p>\n<p>2. Der Kampf um die Umsetzung der Forderungen der Freiheits- und Frauenbewegungen in Friedensabkommen, Beschl\u00fcssen und Gesetzen.<\/p>\n<p>3. Der Kampf um die Umsetzung der in den Friedensabkommen unterzeichneten Inhalte und Standards sowie der damit verbundenen Institutionen und Gesetze.<\/p>\n<p>Zweifellos sind die gesellschaftliche Organisierung sowie die ideologische, politische und handlungspraktische Kraft von Frauenbewegungen in allen Phasen entscheidend.<\/p>\n<blockquote><p>Frauen haben durch vielf\u00e4ltige Aktionen f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden eine wegweisende Rolle f\u00fcr Friedensprozesse \u00fcbernommen. Oft beteiligten sich sowohl Frauen aus den unterdr\u00fcckten als auch den dominanten Nationen und Religionen gemeinsam daran. Beispiele hierf\u00fcr sind die <strong>gemeinsamen Initiativen katholischer und protestantischer Frauen in Nordirland<\/strong>, die Gr\u00fcndung der<strong> Initiative und des Netzwerks \u201eFrauen in Schwarz\u201c gegen den israelischen Besatzungskrieg im Jahre 1988<\/strong>, die Kampagne von <strong>Frauen aller ethnischen Gruppen in Jugoslawien gegen Krieg und Rassismus 1991<\/strong>, die Aktionen <strong>russischer M\u00fctter gegen den Tschetschenienkrieg<\/strong> und die <strong>Friedensm\u00fctter in der T\u00fcrkei und Kurdistan<\/strong>. Rassistische, nationalistische und religi\u00f6se Kriegspropaganda wurde durch das Teilen von Schmerz und Verst\u00e4ndnis zwischen den Frauen, die im Krieg schwere Verluste erlitten hatten, widerlegt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Beginn von Dialog- und Verhandlungsprozessen gab sozialen Bewegungen und Aktivit\u00e4ten Hoffnung und Energie. Dadurch wurde auch das politische, gesellschaftliche und kulturelle Engagement von Frauen in diesen Prozessen gest\u00e4rkt. Frauen wollten ihre Stimme erheben und sich f\u00fcr Frieden und eine freie Zukunft einsetzen. Erfahrungen in verschiedenen L\u00e4ndern zeigen, dass Frauen in der ersten und zweiten Phase noch sehr darum k\u00e4mpfen, ihren Willen zum Ausdruck zu bringen, die gr\u00f6\u00dften Schwierigkeiten jedoch in Phase 3 auftreten.<\/p>\n<blockquote><p>Denn in dieser Phase haben staatliche Kr\u00e4fte und die kapitalistische Moderne neue <strong>Strategien der Spezialkriegsf\u00fchrung<\/strong> implementiert, die letztlich darauf abzielen, Gesellschaften zu zerst\u00f6ren und zu korrumpieren. So haben beispielsweise <strong>in L\u00e4ndern Abya Yalas die Gewalt der Drogenmafia, Prostitution, Frauen- und Kinderhandel<\/strong> ein H\u00f6chstma\u00df erreicht. In Gebieten, die einst von Guerillakr\u00e4ften gesch\u00fctzt wurden, werden <strong>Land und Natur heute von internationalen Konzernen zerst\u00f6rt und gepl\u00fcndert<\/strong>. W\u00e4hrend Konflikte zwischen staatlich-patriarchalen Akteuren abnehmen, nimmt der Druck auf Frauen oft zu. So haben beispielsweise w\u00e4hrend der Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA die Hinrichtungen und Angriffe auf Frauen zugenommen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Gerade in der Realit\u00e4t des Dritten Weltkriegs wird deutlich, dass das <strong>V\u00f6lkerrecht, die UN-Institutionen und die traditionellen Methoden zur Erreichung von Frieden und Gerechtigkeit versagt<\/strong> haben. Hegemoniale kapitalistische Staaten und M\u00e4chte f\u00fchren an mehreren Fronten Kriege und V\u00f6lkermorde gegen Gesellschaften. <strong>Friedensgespr\u00e4che und -abkommen werden auch als Kriegsmethode eingesetzt, um Gegner zu vernichten.<\/strong> Die Politik der Schockdoktrin wird eingesetzt. Diktatoren wie Trump, Putin und Netanjahu \u00e4ndern t\u00e4glich ihre Worte und Taten entsprechend ihren Interessen, verletzen internationale Abkommen und zwingen V\u00f6lkern Kriege und V\u00f6lkermorde auf.<\/p>\n<p>Friedensforscher:innen wie Thania Paffenholz, Leiterin des Inclusive Peace Institute in Genf, weisen darauf hin, dass das lineare Paradigma des Friedens und des internationalen Sicherheitssystems zusammengebrochen ist. Daher reicht es nicht aus, Frauen einfach in ein kaputtes System zu integrieren.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a> Dar\u00fcber hinaus ist es von grundlegender Wichtigkeit, dass Frauen die f\u00fchrende und organisierte Kraft beim Aufbau eines demokratischen Systems und einer demokratischen Mentalit\u00e4t in der Gesellschaft werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>R\u00eaber Apo unterstreicht diese Tatsache auch in seinen Perspektiven und seinen Bem\u00fchungen, den Aufruf f\u00fcr Frieden und eine demokratischen Gesellschaft umzusetzen. <strong>Die Erfahrungen von Frauen und V\u00f6lkern weltweit zeigen zudem, dass staatliche Kr\u00e4fte nicht die Organisatoren und Garantoren des Friedens sind.<\/strong> Der Erfolg des Friedens und die L\u00f6sung der Probleme von Frauen und der Gesellschaft k\u00f6nnen nur durch eine demokratische Gesellschaft mit F\u00fchrung durch die Frauenbewegung erreicht werden. So kann eine demokratische Gesellschaft sowohl als Methode und Organisierungs-Kraft, als auch als Ziel und Garant von Friedensprozessen definiert werden.<\/p>\n<h4><b>Erfahrungen der Frauenfreiheitsbewegung Kurdistans<\/b><\/h4>\n<p>Seit 32 Jahren betont R\u00eaber Apo mit all seinen Initiativen und Bem\u00fchungen um eine politische und friedliche L\u00f6sung in Kurdistan und im Mittleren Osten die <strong>strategische Bedeutung der Frauenbefreiung<\/strong>. 1993 verk\u00fcndete er mit der Erkl\u00e4rung des ersten Waffenstillstands auch die Frauenarmee zur Grundlage f\u00fcr die L\u00f6sung gesellschaftlicher, politischer, philosophischer und friedenspolitischer Probleme. 1995 wurde die YAJK als Frauenfreiheitsbewegung im milit\u00e4rischen, gesellschaftlichen und politischen Bereich gegr\u00fcndet und der zweite Waffenstillstand verk\u00fcndet. 1998 verk\u00fcndete R\u00eaber Apo die Frauenbefreiungsideologie, legte den Grundstein f\u00fcr die Gr\u00fcndung einer Frauenpartei und verk\u00fcndete au\u00dferdem den dritten Waffenstillstand. Insbesondere w\u00e4hrend der Phase auf Imrali entwickelte er Perspektiven f\u00fcr einen strategischen Wandel der Freiheitsbewegung, basierend auf dem Paradigma einer demokratischen, \u00f6kologischen Gesellschaft und der Frauenbefreiung. Dabei betonte er die wegweisende Rolle der Frauenfreiheitsbewegung in allen Bereichen des Lebens und der K\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>R\u00eaber Apo stellte 2002 bei einem Treffen als zentrale Aufgaben heraus die <strong>Frauengeschichte<\/strong> zu schreiben, die <strong>Frauenrevolution<\/strong> umzusetzen und einen <strong>Gesellschaftsvertrag der Frauen<\/strong> zu entwickeln. Das umfasst intellektuelle, politische und moralische Verantwortlichkeiten. R\u00eaber Apo hat uns Schritte zum <strong>Weben eines konf\u00f6deralen Systems der Frauen<\/strong> aufgezeigt, auch durch Projekte wie die Gr\u00fcndung von <strong>H\u00e4usern der Freien Frauen, die Stiftung der \u201eFreien Frauen in der Welt\u201c, Frauen-Kooperativen, Parks und St\u00e4dte der Frauen<\/strong>.<\/p>\n<blockquote><p>R\u00eaber Apo hat der Frauenfreiheitsbewegung eine f\u00fchrende Mission \u00fcbertragen &#8211; beim Aufbau eines Systems der demokratischen Autonomie auf der Grundlage der Selbstverteidigung von Frauen, der Entwicklung demokratischer Politik in der Gesellschaft, des Aufbaus einer kommunalen Wirtschaft, Bildung und sozialer Gerechtigkeit.H\u00e4usern der Freien Frauen, die Stiftung der \u201eFreien Frauen in der Welt\u201c, Frauen-Kooperativen, Parks und St\u00e4dte der Frauen.<\/p><\/blockquote>\n<p>R\u00eaber Apo entwickelte zudem st\u00e4ndig neue Perspektiven f\u00fcr die demokratische Ver\u00e4nderung und <strong>Transformation der patriarchalen Mentalit\u00e4t<\/strong>, um Vergewaltigungskultur und Feminizide, die Vernichtung von Gesellschaft und Natur zu beenden. Dar\u00fcber hinaus sind die Institutionalisierung der <strong>Jineoloj\u00ee<\/strong> und das Konzept des freien Zusammenlebens (<strong>\u201cHevjiyana Azad\u201d<\/strong>) richtungsweisend f\u00fcr die Vertiefung und den Erfolg der K\u00e4mpfe f\u00fcr Frauenbefreiung als Grundlage einer demokratischen Gesellschaft geworden, welche Strategie und Ziel unserer K\u00e4mpfe ist.<\/p>\n<p>Andererseits k\u00e4mpfte R\u00eaber Apo im Rahmen der Formel <strong>\u201eStaat + Demokratie\u201c<\/strong> f\u00fcr demokratische Ver\u00e4nderungen in der Mentalit\u00e4t und den Institutionen des Staates und versuchte, die Politik der Verleugnung und Zerst\u00f6rung gegen\u00fcber dem kurdischen Volk zu durchbrechen. Um den Weg zu einer demokratischen und friedlichen L\u00f6sung zu ebnen, die allen Seiten zugutekommt, machte R\u00eaber Apo Aufrufe, entwickelte Roadmaps und f\u00fchrte einen Dialog mit Vertretern des Staates. Gleichzeitig legte er immer gro\u00dfen Wert auf die Thematisierung der Prinzipien der Frauenrechte, die Freiheit der Frauen, die Entwicklung des Ko-Vorsitzes und die gleichberechtigte Vertretung von Frauen in allen politischen und diplomatischen Arbeiten.<\/p>\n<p>Betrachtet man die Ergebnisse von R\u00eaber Apos 32-j\u00e4hriger Arbeit und seinen K\u00e4mpfen f\u00fcr Frieden und eine demokratische Gesellschaft, so zeigt sich, dass sich mit seinen Initiativen f\u00fcr Frieden auch die Verbreitung der Frauenbewegung in der Gesellschaft, die Solidarit\u00e4t und organisierte Haltung von Frauen in der legalen Politik und der Aufbau demokratischer Autonomie entwickelt haben.<\/p>\n<p>Die Frauenfreiheitsbewegung und Verteidiger:innen der Menschenrechte \u00fcbernahmen in den 1990er Jahren, als der Krieg in der T\u00fcrkei seinen H\u00f6hepunkt erreichte, die F\u00fchrung bei der Organisation der Friedensbewegung. <strong>Initiativen und Kampagnen wie <em>Dest Nav\u00eaje Heval\u00ea\/a Min<\/em>\u00a0(1993), die <i>Samstagsm\u00fctter<\/i> (1995), die <i>Friedensm\u00fctte<\/i><i>r<\/i> (1996), die <i>Frauentreffen f\u00fcr den Frieden <\/i>(2004) und <i>Die Zeit f\u00fcr den Frieden ist gekommen<\/i> (2005)<\/strong>, welche diese Prozesse ma\u00dfgeblich beeinflussten, sind Beispiele f\u00fcr diesen Kampf. Insbesondere die von kurdischen M\u00fcttern gegr\u00fcndete Initiative der Friedensm\u00fctter und die Samstagsm\u00fctter, die ihre Aktivit\u00e4ten zur Suche nach Vermissten und f\u00fcr Gerechtigkeit fortsetzen, sind wichtige Akteur:innen der Gesellschaftspolitik in der T\u00fcrkei. Die <strong><i>Fraueninitiative f\u00fcr den Frieden<\/i> (B\u0130KG)<\/strong> organisiert seit 2009 Aktivit\u00e4ten und Bem\u00fchungen von Frauen in den westlichen Regionen der T\u00fcrkei und definiert die K\u00e4mpfe der Frauen f\u00fcr Frieden als strategische soziale, ideologische und politische K\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>Diese verschiedenen Organisationen, die im Rahmen des Kampfes f\u00fcr den Frieden gegr\u00fcndet wurden, setzen ihre Aktivit\u00e4ten fort, um das gesellschaftliche Bewusstsein zu sch\u00e4rfen und die Solidarit\u00e4t der Menschen durch Aktionen wie Stra\u00dfendemonstrationen, Kundgebungen, M\u00e4rsche, Versammlungen und Unterschriftenaktionen zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Bei den 2013 in Imrali begonnenen Friedensgespr\u00e4chen war 2015 erstmals eine direkte Vertreterin der Frauenbewegung in der HDP-Delegation vertreten. Der <strong>Frauenfreiheitsrat (K\u00d6M)<\/strong> wurde mit dem Ziel gegr\u00fcndet, die Anliegen von Frauen sichtbar zu machen und Forderungen aus der Gesellschaft \u00fcber die Frauenbewegung an den Verhandlungstisch zu bringen. Als gemeinsamer Rat kurdischer Frauen, Aktivistinnen und Feministinnen in der Westt\u00fcrkei sollte der K\u00d6M die Perspektive der Frauenbefreiung im offiziellen Friedensverhandlungsprozess vertreten. Im selben Jahr wurden die Imrali-Verhandlungen jedoch vom Staat umgehend unterbrochen, woraufhin der Krieg erneut ausbrach. W\u00e4hrend dieses Prozesses wurde der massive staatliche Druck zum gr\u00f6\u00dften Hindernis f\u00fcr den Kampf der Frauen f\u00fcr Frieden. Indem er den Verhandlungstisch zerst\u00f6rte und den Willen der Frauen ignorierte, entfachte der Staat erneut Krieg, Nationalismus und Sexismus. Wenige Monate nach Ende des Verhandlungsprozesses wurde die Forderung nach Frieden zu einem schweren Verbrechen.<\/p>\n<p>Unter dem Schirm des B\u0130KG trafen sich Frauen aus der T\u00fcrkei und Kurdistan, um ihre aktive Beteiligung am Friedensprozess sicherzustellen. Sie studierten die Erfahrungen von Frauen weltweit und bewerteten Beispiele der Rollen von Frauen in der gesellschaftlichen Vers\u00f6hnung als Referenz. Unter dem Motto <strong>\u201eOhne Frieden mit Frauen wird der Krieg nicht enden\u201c<\/strong> wurden Vorbereitungen getroffen, um eine gleichberechtigte Vertretung von Frauen im Verhandlungsprozess zu gew\u00e4hrleisten. Geplant waren Treffen mit allen relevanten Seiten, um die Meinungen und Vorschl\u00e4ge aller gesellschaftlichen Schichten f\u00fcr einen gerechten und echten Frieden zu sammeln und auf die Tagesordnung zu setzen. Insbesondere wurden Vorbereitungen zur \u00c4nderung von Gesetzen getroffen, in denen die Bed\u00fcrfnisse und Forderungen von Frauen bisher ignoriert wurden.<\/p>\n<p>Dementsprechend wurden innerhalb des B\u0130KG f\u00fcnf Kommissionen eingerichtet:<\/p>\n<p>1. <b>W<\/b><b>ahrheitskommission <\/b><b>der Frauen<\/b> zur Aufdeckung verschiedener Kriegsverbrechen gegen Frauen<\/p>\n<p>2. <b>Gleichstellungs- und Verfassungskommission<\/b> zur Er\u00f6rterung von Gesetzes\u00e4nderungen zur Gew\u00e4hrleistung der Gleichstellung der Geschlechter und zur Wiedergutmachung von Kriegsverbrechen gegen Frauen<\/p>\n<p>3. <b>Sicherheitsreform-<\/b><b>K<\/b><b>ommission<\/b> zur Festlegung von Richtlinien f\u00fcr die Sicherheit von Personen, zur Verhinderung von Verbrechen gegen Frauen<\/p>\n<p>4. <b>Presse- und Medienkommission<\/b> um die Ansichten und Forderungen von Frauen nach Frieden auf die \u00f6ffentliche Agenda zu bringen<\/p>\n<p>5. <b>Verbindungs- und <\/b><b>Beobachtung<\/b><b>skommission<\/b> zur aktiven Begleitung des L\u00f6sungsprozesses, zur Bewertung des Prozesses aus der Perspektive der Frauen und zur Durchf\u00fchrung von Treffen mit allen gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere Frauengruppen, sowie allen Seiten, um die gemeinsamen Erwartungen und Ansichten von Frauen f\u00fcr einen dauerhaften Frieden zu ermitteln.<\/p>\n<p>Als der Dialogprozess in Verhandlungen \u00fcberging, war es notwendig, dass Frauen mit ihren konkreten Forderungen an den Verhandlungstisch kamen und sich in diesem Rahmen organisierten. Aus diesem Grund organisierte sich die Frauenfreiheitsbewegung 2014 unter dem Namen <strong>Kongress der Freien Frauen (KJA)<\/strong> neu. Um die Infrastruktur f\u00fcr einen neuen Gesellschaftsvertrag aufzubauen, wurden Kommissionen eingerichtet, um die Bed\u00fcrfnisse und Forderungen von Frauen in allen Lebensbereichen zu kl\u00e4ren. Die Kommissionen wurden eingerichtet und Vorarbeiten zu Themen von Wirtschaft bis Diplomatie, von \u00d6kologie bis Recht, von Politik bis Selbstverteidigung durchgef\u00fchrt. Die HDP-Delegation bestand zun\u00e4chst aus einer Frau und zwei M\u00e4nnern. Der Staat erlaubte der Vertreterin der Frauenfreiheitsbewegung lange Zeit nicht, Teil der Delegation zu sein. R\u00eaber Apo verteidigte jedoch die Vertretung der Frauenbewegung als Grundsatz im Verhandlungsprozess und k\u00e4mpfte hart f\u00fcr deren Realisierung. W\u00e4hrend des Verhandlungsprozesses bestand die Delegation dann aus zwei Frauen und drei M\u00e4nnern. Die Teilnahme eines Mitglieds des Koordination der Frauenfreiheitsbewegung war ein wichtiger Schritt, um den Willen und die Forderungen der Frauen direkt zu vertreten.<\/p>\n<p>Die Frauen erstellten au\u00dferdem ihre eigene Roadmap f\u00fcr den Friedens- und Demokratieprozess, der auf vier Prinzipien basierte:<\/p>\n<p>1. <b>Eine korrekte Definition<\/b>: Die Frauenfrage muss korrekt definiert werden. Die Frauenfrage ist nicht nur ein Problem der Geschlechtlichkeit. Sie ist eine uralte Problematik im Mittleren Osten. Eine zentrale Problematik, die mit grundlegenden gesellschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen, moralischen und politischen Fragen verbunden ist. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr das Aufkommen der Unterdr\u00fcckung von Frauen und der Frage der Frauenfreiheit offenbaren auch Wege und Methoden ihrer L\u00f6sung.<\/p>\n<p>2. <b>Rechtliche Formulierung<\/b>: In der aktuellen Verfassung werden weder die Existenz, die Identit\u00e4t und Rechte von Frauen, noch die Frage der Frauenbefreiung und die Methoden ihrer Realisierung definiert. In mehreren Abschnitten und verschiedenen Gesetzen werden Frauen haupts\u00e4chlich als Opfer genannt. Auch im Familienrecht und im Zivilrecht wird gr\u00f6\u00dftenteils die Familie legitimiert. Diese Fragen m\u00fcssen auf der Grundlage der Freiheit der Frauen definiert und gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p>3. <b>Gleichberechtigte und organisierte Teilhabe am <\/b><b>kon<\/b><b>f\u00f6deralen System<\/b>: Es ist notwendig, das gesamte Frauensystem und damit auch die Rolle und die Teilhabe der Frauen im kof\u00f6deralen System zu bewerten und zu kl\u00e4ren. Es ist wichtig, dass Frauen ihre gleichberechtigte und organisierte Teilhabe zum Ausdruck bringen, von der Teilnahme an demokratischer Politik bis hin zu Selbstverteidigung, Selbstorganisation und anderen Lebensbereichen.<\/p>\n<p>4. <b>Gleichberechtigung und Freiheit in der Familie<\/b>: Die Neuordnung der Beziehungen zwischen M\u00e4nnern und Frauen, Gesetze und Ansichten zu Ehe, Scheidung, dem Willen und den Rechten der Frauen bei der Kindererziehung, die Definition von Hausarbeit und der f\u00fchrenden Rolle der Frauen dabei, die gerechte Verteilung von Besitz, Bildungsans\u00e4tze und viele weitere Aspekte m\u00fcssen unter Einbeziehung des Willens und der Ideen der Frauen neu organisiert werden.<\/p>\n<p>F\u00fcr den heutigen Prozess ist es wichtig, diese Prinzipien zu aktualisieren und die Arbeit der f\u00fcnf Kommissionen neu zu beleben. Wichtig ist auch der Erfahrungsaustausch und die gemeinsame Diskussion zwischen Frauen \u00fcber die Verhandlungs- und L\u00f6sungsprozesse in Bakur (Nordkurdistan)\/in der T\u00fcrkei und in Rojava\/Syrien.<\/p>\n<p>Zwischen 2013 und 2015 spielte die Frauenfreiheitsbewegung in <strong>Rojava-Kurdistan<\/strong> eine f\u00fchrende Rolle beim Aufbau der Demokratischen Nation und eines Systems der Demokratischen Autonomie, im Kampf zur Verteidigung der Revolution gegen die Angriffe von Al-Nusra und ISIS sowie in der Politik und Diplomatie. Frauen haben ihre eigenen autonomen Organisationen und Systeme aufgebaut. So wurde beispielsweise der <strong>Frauenrat von Nord- und Ostsyrien<\/strong> als Mechanismus zur Bewusstseinsbildung und St\u00e4rkung des gemeinsamen Willens von Frauen aller Herkunft gegr\u00fcndet. Der <strong>Syrische Frauenrat<\/strong> setzt sich zudem mit Frauen aller Herkunft f\u00fcr Frieden und demokratische Ver\u00e4nderungen in Syrien und f\u00fcr eine neue und demokratische Verfassung f\u00fcr Syrien ein. Dar\u00fcber hinaus haben Frauenkonferenzen und Aktivit\u00e4ten f\u00fcr die <strong>Einheit kurdischer Frauen<\/strong> und zum <strong>Aufbau von Solidarit\u00e4tsnetzwerken von Frauen im Mittleren Osten<\/strong> die Stimmen und die Farben von Frauen im Kampf f\u00fcr Frieden, Demokratie und Freiheit verst\u00e4rkt. Au\u00dferdem k\u00e4mpften Frauen f\u00fcr die Etablierung des <strong>Ko-Vorsitzes<\/strong> und eine <strong>gleichberechtigte Vertretung in allen Lebensbereichen, in allen Institutionen und Mechanismen der demokratischen Selbstverwaltung<\/strong>. Auch in der <strong>Gesetzgebung<\/strong> und der <strong>Formulierung des Gesellschaftsvertrags<\/strong> nahmen Frauen eine gleichberechtigte und wirksame Rolle ein. Durch <strong>gesellschaftliche Bildung<\/strong> und <strong>Gesellschaftsarbeiten<\/strong> zur \u00dcberwindung der patriarchalen Herrschafts-Mentalit\u00e4t erzielten Frauen wichtige Erfolge. Dennoch bestehen weiterhin Defizite bei der Verwirklichung einer demokratischen Gesellschaft, die von der Beteiligung und dem Willen aller Teile der Gesellschaft auf der Grundlage der Prinzipien der direkten Demokratie, der kommunalen \u00d6konomie, der sozialen Gerechtigkeit, der \u00d6kologie und der Freiheit der Frauen geleitet ist. Die Ursache dieser Defizite liegt vor allem in den Schwierigkeiten bei der Entwicklung einer Mentalit\u00e4t, Pers\u00f6nlichkeit und Lebensweise im Einklang mit dem Paradigma einer demokratischen, \u00f6kologischen Gesellschaft welche die Freiheit der Frauen zur Grundlage hat.<\/p>\n<p>Zudem ist wichtig anzumerken, dass der t\u00fcrkische Staat und die AKP-Regierung ihre zerst\u00f6rerischen Angriffe auf das kurdische Volk und die Freiheitsbewegung zu Zeiten von Dialogprozessen immer noch verst\u00e4rkt haben. Auf der anderen Seite f\u00fchrten die Verz\u00f6gerungen, das zu enge Verst\u00e4ndnis der Perspektiven von R\u00eaber Apo und ihre unausreichende Umsetzung auch von Seiten der demokratischen politischen Kr\u00e4fte dazu, dass die von ihm im Imrali-Prozess entwickelten M\u00f6glichkeiten f\u00fcr politische und friedliche L\u00f6sungen nicht verwirklicht werden konnten.<\/p>\n<h4><b>Aufgaben im Prozess f\u00fcr Frieden und eine demokratische Gesellschaft<\/b><\/h4>\n<p>Seit 1993 hat R\u00eaber Apo neue Schritte zur St\u00e4rkung der Frauen-Organisierung und der Frauenk\u00e4mpfe in die Wege geleitet, um Frieden und demokratische L\u00f6sungen zu f\u00f6rdern und das Bewusstsein f\u00fcr die Freiheit der Frauen zu st\u00e4rken. Dies gilt auch f\u00fcr den Prozess, der mit dem Aufruf f\u00fcr \u201eFrieden und eine demokratische Gesellschaft\u201c von R\u00eaber Apo am 27. Februar 2025\u00a0 begann.<\/p>\n<blockquote><p>Die Frauenbefreiungsideologie, die Philosophie von jin-jiyan-azad\u00ee (Frauen-Leben-Freiheit) sowie das Konzept und die Theorie der Jineoloj\u00ee bilden eine \u201cdritte Linie\u201d (einen dritten Weg) der Frauen. Diese Linie dr\u00fcckt die Linie des Lebens und der Freiheit aus \u2013 einerseits im Gegensatz zur postmodern-liberalen Linie, die die Identit\u00e4t der Frau bedeutungslos macht und ihre biologische Existenz in Frage stellt \u2013 und andererseits im Gegensatz zur konservativ-faschistischen Linie, die die Existenz und Identit\u00e4t der Frau als dem Mann Unterworfene aufzwingt.<\/p><\/blockquote>\n<p>Seit dem Treffen am 23. Oktober 2024 hat R\u00eaber Apo in seinen Einsch\u00e4tzungen und insbesondere in seiner Botschaft an die Jineoloj\u00ee Akademie der Auseinandersetzung mit der Geschichte, Kultur und Freiheit der Frauen gro\u00dfe Bedeutung beigemessen und seinen Glauben an die wegweisende Kraft der Frauenbewegung f\u00fcr den Erfolg des Friedensprozesses und einer demokratischen Gesellschaft zum Ausdruck gebracht.<\/p>\n<p>Die Erfahrungen des Prozesses vor 15 Jahren zeigen, wie wichtig es ist, ein Gleichgewicht zu schaffen und ideologische, politische und gesellschaftliche Arbeiten gleichzeitig miteinander zu entwickeln. Die autonomen Mechanismen und Organisierung von Frauen und der gesamten Gesellschaft sollten auf der Grundlage direkter Demokratie und unter Beteiligung des gesellschaftlichen Willens betrieben werden. Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnen mit einer offenen und kreativen Haltung alle Teile der Gesellschaft, unterschiedliche Gesellschaftliche Gruppen sowie die verschiedenen politischen Kreise f\u00fcr eine konstruktive Beteiligung am Prozess gewonnen werden. Die politische Teilhabe von Frauen muss auf der organisierten Kraft der gesellschaftlichen Frauenbewegung beruhen. Angesichts der Erkenntnis, dass <strong>\u201edie Freiheit der Frauen die Grundlage aller Freiheiten ist\u201c<\/strong>, ist Vorsicht geboten gegen\u00fcber Ans\u00e4tzen, die behaupten, \u201ejetzt sei nicht die Zeit f\u00fcr das Frauenthema\u201c. Ein zentrales Anliegen dieses Prozesses ist die Entwicklung von rechtlichen, politischen Ma\u00dfnahmen und Selbstverteidigung der Frauen gegen geschlechtsspezifische Gewalt.<\/p>\n<p>Damit Frauen ihre politischen, moralischen und intellektuellen Verantwortungen in diesem Prozess realisieren k\u00f6nnen, ist es wichtig, dass sie ihre Lebens- und Kampfeserfahrungen gemeinsam analysieren und eine Roadmap der Frauen definieren. Auch gesellschaftspolitisch ist es wichtig, dass Frauen aus allen gesellschaftlichen Bereichen sich sowohl an Diskussions- als auch an Entscheidungsprozessen beteiligen. Vereinbarungen \u00fcber die Prinzipien, Strategien und Politiken von Frauen m\u00fcssen auf dem gemeinsamen Willen und gemeinsamen Positionen der Frauen in der Gesellschaft basieren. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich eine neue Elitepolitik institutionalisiert. Aktivit\u00e4ten wie Frauenkongresse und -konferenzen spielen eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des <strong>kollektiven Willens und der gemeinsamen Entscheidungsfindung von Frauen<\/strong>. Wenn sich alle Teilnehmer:innen f\u00fcr die Weiterverfolgung und Umsetzung der Beschl\u00fcsse dieser Konferenzen in ihren Bereichen verantwortlich f\u00fchlen, k\u00f6nnen Frauen eine wirksame Politik f\u00fcr demokratische Ver\u00e4nderung und Transformation machen. Der Austausch mit anderen Frauenbewegungen und Aktivist:innen in verschiedenen L\u00e4ndern \u00fcber die Diskussionen, Entwicklungen und Hindernisse im Prozess kann zudem wichtige <strong>Synergien internationalistischer Solidarit\u00e4t<\/strong> schaffen.<\/p>\n<blockquote><p>Im Hinblick auf die intellektuellen Herausforderungen unserer Zeit ist die Bildungsarbeit zur Entwicklung einer demokratischen Mentalit\u00e4t eine der Hauptaufgaben. Eine demokratische Gesellschaft und ein freies Leben k\u00f6nnen nur durch die \u00dcberwindung von Herrschaftsdenken und die Verwirklichung des freien Willens von Individuum und Gesellschaft erreicht werden. Daher ist es wichtig, Forschungsmethoden und -themen herauszustellen, die auf die L\u00f6sung von Problemen im Zusammenhang mit Frauen und der Gesellschaft ausgerichtet sind, und die gesellschaftliche Bildung noch viel umfassender zu gestalten.<\/p><\/blockquote>\n<p>Forschung und Diskussionen zur Beantwortung folgender Fragen haben beispielsweise eine strategische historische und zeitgen\u00f6ssische Bedeutung: <i>Welche Bedeutung hat die Kultur der Mutter<\/i><i>g\u00f6ttin<\/i><i> f\u00fcr die <\/i><i>Pers\u00f6nlichkeiten von Frauen und f\u00fcr gesellschaftliche Traditionen<\/i><i>? Welche Merkmale pr\u00e4gten die historische Gesellschaft rund um die Frau-Mutter und welche Bedeutung ha<\/i><i>b<\/i><i>en diese Merkmale f\u00fcr die <\/i><i>Entwicklung einer<\/i><i> demokratischen Gesellschaft <\/i><i>heute<\/i><i>? Wie und wann entstanden das System <\/i><i>patriarchaler<\/i><i> Herrschaft, Krieg und Staat? Welchen Schaden haben patriarchale Kulturen wie <\/i><i>die <\/i><i>Palast-Kultur, <\/i><i>die <\/i><i>Sati-Kultur und <\/i><i>die <\/i><i>Vergewaltigungskultur Frauen und der Gesellschaft zugef\u00fcgt? Was <\/i><i>bedeutet eine<\/i><i> Kultur der freien Frau<\/i><i>en<\/i><i> und wie kann sie sich entwickeln? Wie k\u00f6nnen Frauen und M\u00e4nner <\/i><i>sie selbst werden<\/i><i>? Wie k\u00f6nnen ein sozialistisches <\/i><i>kommunales Leben<\/i><i>, demokratische Familienbeziehungen und freies Zusammenleben <\/i><i>(\u201chevjiyan<\/i><i>a<\/i><i> azad\u201d) <\/i><i>erreicht werden?<\/i><\/p>\n<p><strong>Die Suche nach tiefgreifenden Antworten auf diese Fragen wird entscheidend f\u00fcr den Erfolg des Prozesses sein. Denn die Schaffung von Frieden und einer demokratischen Gesellschaft ist nur durch eine Ver\u00e4nderung des herrschenden Paradigmas in Politik, Wissenschaft und Leben m\u00f6glich. Ein freies Leben kann sich nur in W\u00fcrde und Frieden entwickeln, wenn die Ursachen von Kriegen und Konflikten untersucht, verstanden und \u00fcberwunden werden. Geschieht dies nicht, wird wieder einmal ein neuer Diktator den vorherigen Diktator abl\u00f6sen. Die Erfahrungen von Frauen in vielen L\u00e4ndern der Welt zeigen, dass grundlegende gedankliche, politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen notwendig sind, um die Wiederholung von Kriegen und V\u00f6lkermorden zu verhindern. Die Geschichte der kurdischen Frauenfreiheitsbewegung ist ein Beispiel daf\u00fcr, wie Frauen in den kritischsten Momenten die Kraft und Energie zeigen k\u00f6nnen, Geschichte durch die Einheit von Denken, Geist und gemeinsamem Kampf zu ver\u00e4ndern.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"sdfootnote1\">\n<p class=\"sdfootnote\"><a class=\"sdfootnotesym\" href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Thania Paffenholz: Wir schreiben das Jahr 2021. Warum sind Frauen immer noch von Friedensprozessen ausgeschlossen? 16-05-2021, https:\/\/rosalux-geneva.org\/de\/wir-sind-im-jahr-2021-warum-sind-frauen-bei-friedensprozessen-immer-noch-ausgeschlossen\/<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was k\u00f6nnen wir aus vergangenen Friendensprozessen, von Kolumbien bis Kurdistan, lernen? Welche Rolle spielen die organisierten K\u00e4mpfe und Perspektiven von Frauen darin? 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