{"id":1613,"date":"2025-03-09T12:01:22","date_gmt":"2025-03-09T09:01:22","guid":{"rendered":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/?p=1613"},"modified":"2026-01-07T21:18:52","modified_gmt":"2026-01-07T18:18:52","slug":"von-schoenen-maennern-und-der-liebe-fuer-die-frauenrevolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/2025\/03\/09\/von-schoenen-maennern-und-der-liebe-fuer-die-frauenrevolution\/","title":{"rendered":"Von sch\u00f6nen M\u00e4nnern und der Liebe f\u00fcr die Frauenrevolution"},"content":{"rendered":"<p><em>Erstmals ver\u00f6ffentlicht in: <a href=\"https:\/\/kurdistan-report.de\/von-schoenen-maennern-undder-liebe-fuer-die-frauenrevolution\/\">Kurdistan Report 236 [Januar &#8211; M\u00e4rz 2025]<\/a><\/em><\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\"><em>\u201cDas T\u00f6ten des Mannes ist das Grundprinzip des Sozialismus,\u201d sagte Abdullah \u00d6calan 1996. Der folgende Artikel beleuchtet die Hintergr\u00fcnde dieser provokanten These und erz\u00e4hlt davon, wie die Freiheitsbewegung Kurdistans patriarchale M\u00e4nnlichkeit analysiert und warum die Entwicklung einer freien M\u00e4nnlichkeit grundlegender Teil der Frauenrevolution ist.<\/em><\/p>\n<p><strong>\u201cDenkst du, dass M\u00e4nner sich ver\u00e4ndern und vom Patriarchat befreien k\u00f6nnen? Und wenn ja, was braucht es daf\u00fcr?\u201d<\/strong> Das war eine der 7 Fragen, die wir bei unserem letzten Jineoloj\u00ee-Bildungswochenende, an dem vor allem M\u00fctter teilnahmen, in Gruppeninterviews aneinander gestellt haben. Die Antworten darauf waren durchaus unterschiedlich: von \u201cwenn sie in der Bewegung organisiert sind dann ja\u201d bis zu \u201cschreib mal: h\u00f6chstens zu 20%\u201d.<\/p>\n<p>Seit vielen Jahren organisiert sich die Frauenbewegung Kurdistans in der Diaspora, es gibt Frauenr\u00e4te, den Ko-Vorsitz, Bildung, Kampagnen gegen Gewalt an Frauen, K\u00e4mpfe f\u00fcr Freiheit auf allen Ebenen. Dabei wurden viele Ver\u00e4nderungen erreicht &#8211; und dennoch gibt es immer wieder Schwierigkeiten mit patriarchalen Strukturen. Von sexistischen Ann\u00e4herungen in der politischen Organisierung, Auseinandersetzungen um Entscheidungen der Frauenr\u00e4te oder Probleme bei der Realisierung des Ko-Vorsitzes, hin zu k\u00f6rperlicher und psychischer Gewalt in Familien und anderen Beziehungen. <strong>Egal in welcher Gesellschaft, Kultur, Subkultur oder Organisierung, \u00fcberall zeigt das Patriarchat seine Auswirkungen. In der aktuellen Phase des Erstarkens faschistischer Ideologien werden auch klassische, aggressive, sexistische M\u00e4nnlichkeiten wieder sichtbarer und zur Orientierung f\u00fcr junge M\u00e4nner.<\/strong> Diese Entwicklung spiegelt sich auch im Anstieg der Zahl der Feminizide, der weltweit zu sehen ist. Aber auch in progressiven demokratischen Kreisen, in denen M\u00e4nner begonnen haben ein Bewusstsein f\u00fcr das Patriarchat und ihre eigene Rolle darin zu entwickeln, treten Sexismus und Gewalt oft nur mit anderen Masken auf. Wenn wir wirklich eine freie Gesellschaft wollen, m\u00fcssen wir das Patriarchat als das komplexe Herrschaftssystem verstehen, das es ist. <strong>Welche Auswirkungen hat das Patriarchat durch die Kolonisierung des Lebens, des Denkens, der K\u00f6rper und der Beziehungsformen? Und wie k\u00f6nnen wir die Mentalit\u00e4ten, die es hervorgebracht hat, transformieren?<\/strong> Die Freiheitsbewegung Kurdistans, und insbesondere die Frauenbewegung, hat sich dieser Transformation verschrieben und inspiriert damit feministische Bewegungen, Frauen und Gesellschaften weltweit.<\/p>\n<h4 class=\"western\" align=\"left\"><b>Wenn Frauen nicht frei sind, kann die Gesellschaft nicht frei sein<\/b><\/h4>\n<p>\u201cWenn Frauen nicht frei sind, kann die Gesellschaft nicht frei sein,\u201d sagt Abdullah \u00d6calan. Diese These ist verbunden mit einer langen Geschichte, vielen K\u00e4mpfen, Analysen, philosophischen Reflexionen und gelebten Erfahrungen der Freiheitsbewegung Kurdistans, aus denen auch der Slogan <strong>\u201cJin Jiyan Azad\u00ee\u201d<\/strong> hervorgegangen ist. Bereits in den 80er Jahren diskutierten \u00d6calan und die Genossinnen und Genossen der Freiheitsbewegung auf der Grundlage des antikolonialen Befreiungskampfes ihre Analysen zur Rolle der Familie in der kurdischen Gesellschaft, zu Geschlechterrollen und wie diese durch Nationalstaat, Religion, Kolonialismus, Klasse, feudale Strukturen und kemalistische Politiken gepr\u00e4gt sind. Zu einer \u00e4hnlichen Zeit benannte die Soziologin und feministische Aktivistin Maria Mies Frauen in patriarchalen Gesellschaften als die \u201cersten Kolonisierten\u201d und zeigte die Verbindung zwischen kolonialer Ausbeutung und der Ausbeutung von Frauen auf. \u00d6calan analysiert in dieser Hinsicht besonders die kurdische und mittel\u00f6stliche Gesellschaft und spricht von <strong>Frauen als die \u201cerste und letzte Kolonie\u201d<\/strong>. Er stellt in Bezug auf die Geschlechterverh\u00e4ltnisse fest: <span lang=\"en-US\">\u201eWir sind mit einem Widerspruch konfrontiert, der weit \u00fcber eine Klasse hinausgeht\u201c. Dieser Widerspruch wird in den folgenden Jahren durch die geschichtlichen und gesellschaftlichen Analysen zur Entstehung des Patriarchats und des Systems dominanter M\u00e4nnlichkeit greifbarer. <\/span>In dem 1987 ver\u00f6ffentlichten Buch \u201cFrau und Familie in Kurdistan\u201d verschriftlichte Abdullah \u00d6calan diese Analysen und definiert darin die patriarchale Familie als Stammzelle des Staates. Der dominante Mann, der seinerseits ebenfalls im kolonialen System unterdr\u00fcckt wird, \u00fcbt seine Macht \u00fcber Frauen und Kinder aus, wie ein Diktator \u00fcber die Gesellschaft. <strong>Die Befreiung des Landes von Kolonisierung ist eng mit der Befreiung der Frauen verbunden. F\u00fcr eine freie Gesellschaft muss die vom System gepr\u00e4gte M\u00e4nnlichkeit und die klassische Weiblichkeit \u00fcberwunden werden.<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Popularit\u00e4t und nat\u00fcrlichen Autorit\u00e4t, die Abdullah \u00d6calan in der kurdischen Gesellschaft erlangte, bereitete er den Weg daf\u00fcr, dass die Kritik an der herrschenden patriarchalen Geschlechterordnung in weiten Teilen der Gesellschaft bekannt und anerkannt wurde. <strong>Revolution\u00e4rinnen wie Sakine Cansiz (Sara), Gurbet Ayd\u0131n (Mizgin) oder Binev\u015f Agal (Berivan) lebten revolution\u00e4re Formen des Frau-Seins vor und wurden zu Vorbildern, die die Gesellschaft pr\u00e4gten.<\/strong> Sie gaben vielen weiteren Frauen den Mut mit traditionellen Erwartungen zu brechen, sich zu organisieren und Teil der Freiheitsbewegung zu werden. Zahlreiche Frauen aus allen Teilen der Gesellschaft erz\u00e4hlen auch von ihren <strong>Erfahrungen im Austausch mit Abdullah \u00d6calan in den 80er und 90er Jahren<\/strong>. Sie berichten davon, wie viel Wert er darauf legte, dass Frauen sich bilden, das Wort ergreifen, ihr Wissen teilen, ein starkes Bewusstsein und eine freie Haltung entwickeln. Auch in der zentralen Parteiakademie erlebten viele Freundinnen, wie es ist wenn Frauen ihre eigenen R\u00e4ume haben, um sich geistig und k\u00f6rperlich zu bilden und eine revolution\u00e4re Pers\u00f6nlichkeit zu entwickeln. In dieser Zeit wurden die M\u00e4nner f\u00fcr das Kochen und andere reproduktive Aufgaben zust\u00e4ndig gemacht. Die weiblichen Genossinnen sollten damit von den Aufgaben entlastet werden, f\u00fcr die sie in ihrem bisherigen famili\u00e4ren Leben die volle Verantwortung gehabt hatten. Das hat immer wieder auch zu Auseinandersetzungen mit m\u00e4nnlichen Genossen gef\u00fchrt. Heute werden reproduktive Aufgaben in allen Akademien und Orten des organisierten gemeinsamen Lebens geteilt, was zu einem wichtigen Prinzip des kommunalen Lebens geworden ist. <strong>Die kontinuierliche kritische Auswertung der Erfahrungen, Schwierigkeiten, Probleme und Erfolge in der gesellschaftlichen Organisierung sowie im bewaffneten Widerstand, stellen eine unersch\u00f6pfliche Quelle des Wissens dar und \u00f6ffnen immer neue Wege f\u00fcr die Weiterentwicklung der revolution\u00e4ren Organisierung.<\/strong><\/p>\n<p>Die Analysen und Bewertungen Abdullah \u00d6calans spielen eine zentrale Rolle daf\u00fcr, dass die <strong>autonome Organisierung der Frauen als Grundprinzip innerhalb der Freiheitsbewegung<\/strong> entwickelt werden konnte. Von den ersten Frauen-Komittees und Studiengruppen, bis hin zur Gr\u00fcndung der Frauenarmee und der Frauenpartei hielt \u00d6calan der Frauenbewegung in schwierigen Zeiten den R\u00fccken frei. Er \u00fcbte Selbstkritik, kritisierte andere m\u00e4nnliche Genossen und intervenierte in kritischen Momenten gegen reaktion\u00e4re patriarchale Tendenzen in der Partei. Die Erfahrungen und Analysen der 90er Jahre bildeten eine fundierte Grundlage f\u00fcr das neue Paradigma, welches \u00d6calan in den fr\u00fchen 2000er Jahren in seinen Verteidigungsschriften auf der Gef\u00e4ngnisinsel Imrali auf Papier brachte. <strong>Dieses neue Paradigma basiert auf einer tiefen historischen Patriarchatsanalyse und r\u00fcckt die Frauenbefreiung ins Zentrum.<\/strong> Ziel ist die Entwicklung freier und respektvoller Beziehungen zwischen den Geschlechtern als Teil einer demokratischen Gesellschaft im Einklang mit der Natur.<\/p>\n<h4 class=\"western\" align=\"left\">\u201c<b>Ku\u015ftina Zilam\u201d und das Projekt zur Ver\u00e4nderung der M\u00e4nner<\/b><\/h4>\n<p class=\"western\" align=\"left\">Der Begriff \u201cerkek \u00f6ld\u00fcrmek\u201d (kurdisch \u201cku\u015ftina zilam\u201d, also \u201cden Mann t\u00f6ten\u201d, im Sinne von \u201cdie dominante M\u00e4nnlichkeit t\u00f6ten\u201d) wurde 1996 von Abdullah \u00d6calan in einem Gespr\u00e4ch mit Mahir Say\u0131n, einem Journalisten aus dem Umfeld der t\u00fcrkischen Linken, gepr\u00e4gt. <strong>Die dominante M\u00e4nnlichkeit ist keine biologische Tatsache, sondern eine historische gesellschaftliche Konstruktion<\/strong>, die es bis in die Tiefen individueller und gesellschaftlicher Erfahrung und Geschichte hinein zu analysieren und im Sinne eines freien Zusammenlebens zu \u00fcberwinden gilt. Nicht \u201cM\u00e4nnlichkeit\u201d ansich ist das Problem, sondern die dominante M\u00e4nnlichkeit des Patriarchats. Auf dieser Grundlage formuliert \u00d6calan den Satz:<strong> \u201cDas T\u00f6ten des Mannes ist das Grundprinzip des Sozialismus. <span lang=\"zxx\">Es geht darum, Macht zu t\u00f6ten, einseitige Herrschaft und Ungleichheit, darum, Intoleranz zu t\u00f6ten. Es geht sogar darum, Faschismus, Diktatur und Despotismus zu t\u00f6ten. Dieses Konzept kann so weit gefasst werden.<\/span><\/strong><span lang=\"de-DE\"><strong>\u201c<\/strong><a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote1sym\" name=\"sdfootnote1anc\"><sup>1<\/sup><\/a><\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1636\" src=\"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Apo-8-Maerz-2025-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"1333\" height=\"751\" srcset=\"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Apo-8-Maerz-2025-300x169.jpg 300w, https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Apo-8-Maerz-2025-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Apo-8-Maerz-2025-768x432.jpg 768w, https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-content\/uploads\/2025\/03\/Apo-8-Maerz-2025.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1333px) 100vw, 1333px\" \/><\/p>\n<h4 class=\"western\" align=\"left\"><b>Was bedeutet Mann sein? Was bedeutet Frau sein?<\/b><\/h4>\n<p align=\"left\">Simone de Beauvoir schrieb Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts den ber\u00fchmten Satz: \u201cMan wird nicht als Frau geboren, man wird es.\u201d \u00d6calan betont seinerseits die patriarchale Konstruktion von M\u00e4nnlichkeit, ebenso wie die Hoffnung auf Ver\u00e4nderung: \u201cMan wird als Mann der hegemonialen Zivilisation geboren, doch man kann ein freier Mann werden.\u201d Hevala R\u00fbmet Zagros, die sich 1992 der Frauenguerilla in den Bergen Kurdistans anschloss, sagt zum Thema \u201cku\u015ftina zilam\u201d: <span lang=\"en-US\">\u201c<\/span><span lang=\"tr-TR\">Es geht darum, sich von der dominanten M\u00e4nnlichkeit zu l\u00f6sen, von dem Mann, dessen Denken und Beziehungen versteinert sind, der keine Genoss_innenschaftlichkeit und Freund_innenschaft mit Frauen leben kann. Es geht um die Form von M\u00e4nnlichkeit, die selbst ohne Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein ist. Der Mann, der wenig Respekt vor M\u00e4nnern und Frauen hat, der aber eigentlich selbst hilflos ist \u2013 dieser Mann hat keine Kraft, muss aber stark sein. Er ist nicht stark, muss sich aber stark geben, damit ihm zugeh\u00f6rt wird. Damit Frau und Kinder ihm gehorchen, soll er sich grob und roh geben. Diese M\u00e4nnlichkeit muss \u00fcberwunden werden. M\u00e4nner bauen ihre Herrschaft auf Angst auf. Hierauf begr\u00fcndete der Mann seine St\u00e4rke. Aber im Inneren glaubt er selbst nicht an sich.\u201d<a href=\"#sdfootnote2sym\" name=\"sdfootnote2anc\">2<\/a> <\/span><span lang=\"en-US\">In einem Fernsehprogramm bei MED TV im Jahre 1998 sagte \u00d6calan: \u201c<strong>Ich hasse es, ein Mann im gegenw\u00e4rtigen System zu sein.<\/strong> Ein solcher Mann zu sein, halte ich f\u00fcr eine gro\u00dfe Minderwertigkeit, eine Quelle des Verfalls und gro\u00dfer H\u00e4sslichkeit. Mit einer Frau im Namen dieser M\u00e4nnlichkeit zusammen zu sein, ist f\u00fcr mich schlimmer als Folter. Ein solches Leben ist nicht m\u00f6glich f\u00fcr mich.\u201d<a href=\"#sdfootnote3sym\" name=\"sdfootnote3anc\">3<\/a> An anderer Stelle beschreibt \u00d6calan dominante M\u00e4nnlichkeit philosophisch als zu verh\u00e4rteter Form erstarrte Energie, die nicht mehr flie\u00dft, sondern sich zu Machtapparaten verfestigt und institutionalisiert hat: \u201cIn der gesellschaftlichen Natur nimmt die m\u00e4nnliche Energie in Machtapparate verwandelt materielle Form an. Die Formen sind konservativ, wie abgek\u00fchlte Energie im Universum. Hegemonialer Mann in der Gesellschaft zu sein, bedeutet, eine Form der Macht zu werden.\u201d<a href=\"#sdfootnote4sym\" name=\"sdfootnote4anc\">4<\/a> Nach <\/span>\u00d6calan ist es aber von gro\u00dfer Wichtigkeit, die <strong>Geschlechteridentit\u00e4ten nicht den patriarchalen Definitionen zu \u00fcberlassen<\/strong>, sondern er betont die Notwendigkeit und M\u00f6glichkeit <strong>sich auf den Weg zu machen, zu freien Frauen und M\u00e4nnern zu werden<\/strong>. Diese Re-Definition der Geschlechter wird in der Freiheitsbewegung <strong>nicht nur theoretisch diskutiert, sondern im gemeinsamen Leben praktisch entwickelt und gelebt<\/strong>. Die Grundlage daf\u00fcr bildet die Erforschung der historischen, gesellschaftlichen und biologischen Realit\u00e4t der Geschlechter. <strong>Das Frau-Sein und Mann-Sein soll von seinen patriarchalen Aspekten befreit und in seiner wahrhaftigen Vielf\u00e4ltigkeit neu definiert werden.<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Beziehungen, Sexualit\u00e4t und Liebe<\/strong><\/h4>\n<p>Dominante M\u00e4nnlichkeit ist nicht beschr\u00e4nkt auf individuelle Charaktereigenschaften und \u00e4u\u00dferliche Merkmale, sondern verbunden mit einem patriarchalen Verst\u00e4ndnis von Beziehungen, Zusammenleben, Familie und Sexualit\u00e4t. In seiner Rede zum 8. M\u00e4rz 1998 sagt \u00d6calan dazu: \u201cWenn wir die Befreiung der Frauen wollen, m\u00fcssen wir unsere gesellschaftlichen Strukturen, die auf der Ideologie der m\u00e4nnlichen Vorherrschaft beruhen, auf das Sch\u00e4rfste kritisieren. Ein wichtiges Element ist dabei die Familie. Auch sie ist eine Institution der m\u00e4nnlichen Dominanz. (&#8230;) <strong>Die Familie ist der Boden, auf dem imperialistische Kolonialsysteme und alle Formen der Spezialkriegsf\u00fchrung Wurzeln schlagen.<\/strong> Wir m\u00fcssen uns dem stellen und es kritisieren. Dieses Konzept bedeutet nicht, dass wir die Familie g\u00e4nzlich ablehnen. Wir lehnen den gegenw\u00e4rtigen Zustand der Familie ab.\u201c Wie viele feministische Bewegungen kritisiert \u00d6calan die <span lang=\"en-US\">patriarchale Ehe als Institution, die darauf basiert, sich gegenseitig als Besitz zu betrachten. Eifersucht, Kontrolle, Verlust des eigenen Selbst, Vergewaltigung und Feminizide sind Probleme, die Frauen nach wie vor \u00fcberall auf der Welt erleben. <strong>Objektifizierung, Kommodifizierung und extreme Sexualisierung<\/strong> sind ebenfalls Teil der Krise der Beziehungen in der kapitalistischen Moderne.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"en-US\">\u00d6calan kritisiert wozu Sexualit\u00e4t im Patriarchat gemacht wurde und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft: <\/span>\u201eBestehende Sexualit\u00e4t ist eine Macht. Sie ist eine z\u00fcgellose M\u00e4nnlichkeit. (&#8230;) Infolgedessen dient die gegenw\u00e4rtige sexuelle Beziehung der von M\u00e4nnern dominierten Gesellschaft. Sie hat ein grobes, brutales und zerst\u00f6rerisches Verst\u00e4ndnis von Macht geschaffen. (\u2026) Dieses Verst\u00e4ndnis liegt den Ehrenmorden und der <strong>Vergewaltigungskultur<\/strong> zugrunde. Und solange sich dieses Verst\u00e4ndnis nicht \u00e4ndert, kann weder das Problem der Demokratie noch das der Freiheit gel\u00f6st werden.\u201c<a href=\"#sdfootnote5sym\" name=\"sdfootnote5anc\">5<\/a> \u00d6calan analysiert in dieser Hinsicht auch die Kompensation von Unterdr\u00fcckung durch patriarchale Sexualit\u00e4t: \u201cIndem er das Gef\u00fchl der M\u00e4nnlichkeit erreicht, scheint der kurdische Mann alle Widerspr\u00fcche gel\u00f6st zu haben. <strong>Vor allem in Bezug auf die Sexualit\u00e4t erzeugt die M\u00e4nnlichkeit in ihm das Gef\u00fchl, den Kolonialismus besiegt und einen Staat errichtet zu haben. Dies ist eine gro\u00dfe Entfremdung und Illusion.<\/strong>\u201d Das gilt offensichtlich nicht nur f\u00fcr kurdische M\u00e4nner, sondern liegt in verschiedenen Auspr\u00e4gungen dem patriarchalen System zugrunde.<\/p>\n<p>Frauenbefreiung und die \u00dcberwindung dominanter M\u00e4nnlichkeit geht also mit der Entwicklung freiheitlicher Beziehungen zwischen den Geschlechtern einher \u2013 <strong>\u201cHevjiyana Azad\u201d<\/strong>. \u00d6calan schreibt dazu im 5. Teil des Manifests der Demokratischen Zivilisation: \u201eWir k\u00f6nnen in dem Ma\u00dfe wertvolle Genossenschaftlichkeit und Freundschaften mit Frauen aufbauen, in dem wir es \u00fcberwinden, Frauen als Objekte sexueller Anziehung zu betrachten. <strong>Die Freundschaft und Genossenschaftlichkeit mit einer Frau, die den Sexismus wirklich \u00fcberwindet, ist die schwierigste.<\/strong>\u201d<a href=\"#sdfootnote6sym\" name=\"sdfootnote6anc\">6<\/a> Ziel ist die Entwicklung von Beziehungen, die nicht auf kurzfristiger Befriedigung, Kontrolle und Besitzdenken basieren, sondern auf dem Wunsch nach <strong>Freiheit, Liebe und Gesellschaftlichkeit<\/strong>. Beziehungen zwischen den Geschlechtern sollten nicht in erster Linie dem sexuellen Trieb nach geformt werden, sondern aus dem gemeinsamen Streben nach einem freien gemeinsamen Leben auf freiem Land entstehen. Nur in einem solchen Kontext kann von wirklicher Liebe gesprochen werden. Eine solche Liebe passt nicht in vier W\u00e4nde, sondern sie w\u00e4chst als Teil einer umfassenden Bewegung f\u00fcr Freiheit. In dieser Verbindung kann Liebe die tiefe Bedeutung erlangen, die sie zu einem so bedeutsamen Thema in vielen Kulturen macht.<\/p>\n<h4><b>Die Ver\u00e4nderung der M\u00e4nner<\/b><\/h4>\n<p>Der Wille die patriarchale kapitalistische Moderne zu \u00fcberwinden, ist zugleich die Suche danach, wie ein freies und bedeutungsvolles Leben im Einklang mit Natur und Gesellschaft aussehen kann. Daf\u00fcr reicht es nat\u00fcrlich nicht, hin und wieder ein paar Slogans zu rufen, sondern <strong>wir m\u00fcssen bei uns selbst anfangen<\/strong>. Sowohl Frauen als auch M\u00e4nner m\u00fcssen mit dem Patriarchat in ihren eigenen Pers\u00f6nlichkeiten und Beziehungen brechen. In der Freiheitsbewegung werden seit den 1980ern unter dem Motto <strong>\u201cWir analysieren nicht das Individuum, sondern die Gesellschaft, nicht den Moment, sondern die Geschichte,\u201d<\/strong> Pers\u00f6nlichkeitsanalysen gemacht. Dabei werden die Pers\u00f6nlichkeiten eines und einer jeden Militanten in ihrem historischen und gesellschaftlichen Kontext analysiert, um die ansozialisierten Eigenschaften des Systems zu verstehen und \u00fcberwinden zu k\u00f6nnen. Auch <strong>Kritik und Selbstkritik<\/strong> spielen eine wichtige Rolle. Dadurch entsteht ein enormes <strong>Wissen \u00fcber die systemischen Pr\u00e4gungen in der Gesellschaft<\/strong>, gleichzeitig wird ein <strong>kollektives Bewusstsein f\u00fcreinander<\/strong> entwickelt, Probleme und L\u00f6sungswege werden sichtbar. Abdullah \u00d6calan demonstriert dies an seinem eigenen Beispiel, indem er sein Leben in Hinblick auf sein Verh\u00e4ltnis zu Frauen und zur Geschlechterfrage selbstkritisch analysiert und diese Analysen mit den Genossinnen und Genossen teilt. Von der Geschichte Kurdistans bis zu den Verh\u00e4ltnissen seiner Kindheit; von den Rollen seiner eigenen autorit\u00e4ren Mutter und seines zur\u00fcckhaltenden Vaters zu den ersten Widerspr\u00fcchen mit dem Patriarchat, die er erlebt, als seine Schwester gegen ein paar S\u00e4cke Weizen verheiratet wird; von den Beziehungen in der Anfangsphase der PKK (inklusive seiner eigenen Beziehung zu Kesire Yildirim), bis hin zu tiefgreifenden Reflexionen zu M\u00e4nnlichkeit und Frauenbefreiung in der Freiheitsbewegung heute. 1998 sagt \u00d6calan in einem Telefonat mit dem Hauptquartier der Union der Freien Frauen Kurdistans YAJK: \u201eVielleicht m\u00fcssen M\u00e4nner mehr als Frauen befreit werden. Der Grad der Emanzipation des Mannes ist vielleicht schwieriger als der einer Frau. Wir erkennen die Wichtigkeit dessen jetzt umfassender. <strong>W\u00e4hrend die Frauen die Sklaverei \u00fcberwinden, erhalten M\u00e4nner sie beharrlich aufrecht mit ihrem konservativen Verhalten.<\/strong> W\u00e4hrend also die Losl\u00f6sung bei der Frau leicht eintritt, ihre Sehnsucht nach Freiheit, ihr Begehren sehr stark sind, beharrt der Mann weiter darauf, diese Dominanz nicht aufgeben zu m\u00fcssen. Er beharrt weiter auf Konservatismus und darauf, anderen sein Eigenes aufzuerlegen. Wie \u00fcberwinden wir das? Ihr werdet mit dem einen oder anderen kleinen Punkt zu diesem Thema selbst beginnen m\u00fcssen. <strong>Es gibt keine vorgefertigten Revolution\u00e4r_innen, weder Frauen noch M\u00e4nner. Sie werden erst durch die Revolution geschaffen.<\/strong>\u201d<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote7sym\" name=\"sdfootnote7anc\"><sup>7<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Aufbauend auf der <strong>Theorie der Losl\u00f6sung<\/strong> und der <strong>Frauenbefreiungsideologie<\/strong> hatte die <strong>autonome Organisierung der Frauen<\/strong> in der kurdischen Freiheitsbewegung eine immense Wirkung. Schritt f\u00fcr Schritt ver\u00e4nderten sich Geschlechterrollen und -beziehungen im Alltag und im Kampf. Frauen lernten, Guerillaeinheiten zu f\u00fchren und Kriegstaktiken zu entwickeln, w\u00e4hrend M\u00e4nner lernten, zu kochen, Brot zu backen und einander emotional zu unterst\u00fctzen. Die Beziehungen zwischen Frauen und M\u00e4nnern gewannen an neuen Formen und neuer Bedeutung. Die Ver\u00e4nderung der M\u00e4nner wurde immer mehr als wesentlicher Teil des gemeinsamen Kampfes wahrgenommen. Es entstanden Debatten \u00fcber das Verst\u00e4ndnis von Sch\u00f6nheit und Liebe. Ethik und \u00c4sthetik tauchten als wichtige Konzepte in der Bewegung auf. Der Fokus lag darauf, etwas Neues zu entwickeln. Es war ein Geschlechterkampf und f\u00fcr die Genossinnen und Genossen ein Versuch, zu verstehen, sich einzubringen und die patriarchale Mentalit\u00e4t zu \u00fcberwinden. Die Frauen realisierten ihr Potenzial, Ver\u00e4nderung und Alternativen zu schaffen. Sie definierten den antipatriarchalen Kampf als einen <strong>Kampf gegen ein 5000 Jahre altes System<\/strong> und weniger gegen einzelne M\u00e4nner. Indem sie konkrete Vorf\u00e4lle mit den Wurzeln des Problems in Verbindung brachten, sprachen sie das Wesen des Problems an, ohne abstrakt zu werden. Mit der Inhaftierung Abdullah \u00d6calans begann die neu gegr\u00fcndete Frauenpartei nicht nur, gegen die Angriffe des t\u00fcrkischen Staates und hegemonialer Kr\u00e4fte zu k\u00e4mpfen, sondern auch gegen erstarkende patriarchale Haltungen in der eigenen Bewegung, die den Willen und die Autonomie der Frauen missachteten. Als Antwort fassten die Frauen den Beschluss, neue Methoden des Kampfes und der Bildung unter ihren m\u00e4nnlichen Genossen zu entwickeln.<\/p>\n<p class=\"western\" align=\"left\">Die M\u00e4nnerbildungen, die die Partei der Freien Frauen PJA ab 2003 in den Bergen Kurdistans organisierte, waren in dieser Hinsicht eine wichtige Erfahrung. Sinan C\u00fbd\u00ee, einer der Teilnehmer einer solchen Bildung, erz\u00e4hlt von seinen Erfahrungen: \u201cZu Beginn unserer Pers\u00f6nlichkeitsanalysen konzentrierten wir uns nur darauf, unsere schlechten Eigenschaften als M\u00e4nner einzugestehen. Wir leerten unser Inneres aus. Das war reinigend, aber es reichte nicht aus, um sich zu ver\u00e4ndern. Wir begannen, zu fragen: Was sind unsere guten Seiten? Als eine Genossin mich das fragte, dachte ich eine halbe Stunde lang nach, aber nichts Vern\u00fcnftiges kam dabei heraus. Wenn man immer in der Rolle des Subjektes ist und sich selbst im Zentrum von allem sieht, ist es sehr schwer, diese Frage zu beantworten. Wenn man sich aber selbst als Teil des Lebens, als ein verwobenes Wesen sieht, dann wird es m\u00f6glich, darauf zu antworten.<strong> Indem wir die weiblichen sozialen Eigenschaften in uns selbst erkannten und sch\u00e4tzten, wurde es m\u00f6glich, unsere Mentalit\u00e4t zu ver\u00e4ndern. Wir versuchten, uns an den Frauen zu orientieren, wie sie denken, f\u00fchlen und Empathie erzeugen. Dieser Kampf findet bis heute in uns statt. An manchen Tagen verliere ich gegen den Mann in mir. Dann ist da nur Leere. An anderen Tagen ist die Frau in mir viel mehr im Vordergrund. Dann bin ich organisierter, nachdenklicher, kollektiver und liebevoller. Ich schaffe mehr Empathie und kann Solidarit\u00e4t zeigen. Die Lektionen damals waren nicht f\u00fcr einen bestimmten Ort oder eine bestimmte Zeit. Die Ver\u00e4nderung in mir muss bis zu meinem Tod weitergehen. Die Perspektive, die [Abdullah \u00d6calan] uns vermittelt hat, ist: \u201aIhr m\u00fcsst den Mann nicht nur einmal t\u00f6ten, sondern jeden Tag tausendmal.\u2019<\/strong> Durch das Projekt haben wir viele Dinge gelernt. Jetzt haben wir eine Idee, wie wir es in der Politik, im milit\u00e4rischen Kampf, in der Bildung und im Leben umsetzen k\u00f6nnen. Wir wollen, dass die Menschen in unserer Gesellschaft wieder l\u00e4cheln, wenn sie auf die Stra\u00dfe gehen. F\u00fcr mich ist das ein Teil des Projekts, den Mann zu ver\u00e4ndern!\u201d<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote8sym\" name=\"sdfootnote8anc\"><sup>8<\/sup><\/a> <span lang=\"tr-TR\">Hevala Rumet Zagros, die von Seiten der Frauenpartei an der Organisation von M\u00e4nnerbildungen beteiligt war, reflektiert: <\/span>\u201cDas Wichtigste ist, dass die M\u00e4nner ein <strong>neues Verst\u00e4ndnis entwickeln<\/strong>. Wir m\u00fcssen mit ihnen sprechen, unsere Analysen und Perspektiven teilen. Wir m\u00fcssen ihnen die Geschichte des Mannes und der M\u00e4nnlichkeit nahebringen. Das ist der erste Schritt. Der zweite Schritt ist, dass wir uns dar\u00fcber klar werden, wie die M\u00e4nner sein sollen. R\u00eaber Apo hat uns an dem Punkt kritisiert. Er hat gesagt: Ihr habt eine Revolution gemacht, aber ihr habt keine alternative M\u00e4nnlichkeit entwickelt. Das ist die grundlegendste Kritik an uns. <strong>Was f\u00fcr einen Mann wollen wir? Welche Ma\u00dfst\u00e4be haben wir als Frauen f\u00fcr die Entwicklung der M\u00e4nner?<\/strong> Unsere Vorstellung eines demokratischen Mannes ist ein sozialistischer, freiheitsliebender, auf Gleichheit bedachter Mann. Er sieht sich auf Augenh\u00f6he mit seiner Mutter, mit seinen Freund_innen, mit seiner Tochter, mit der Gesellschaft, mit allen.\u201d<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote9sym\" name=\"sdfootnote9anc\"><sup>9<\/sup><\/a><\/p>\n<h4><b>Wie ist freie M\u00e4nnlichkeit?<\/b><\/h4>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Im Kampf gegen patriarchale M\u00e4nnlichkeit ist es also sehr wichtig, auch nach <strong>Spuren widerst\u00e4ndiger und freiheitlicher M\u00e4nnlichkeit<\/strong> zu suchen. Das k\u00f6nnen Gesellschaften sein, in denen M\u00e4nnlichkeit anders gelebt wurde oder wird, das k\u00f6nnen M\u00e4nner sein, die in dieser Hinsicht zu Vorbildern geworden sind, aber auch kulturelle Zeugnisse oder literarische Werke, die von freiheitlicher M\u00e4nnlichkeit erz\u00e4hlen. <\/span>In der philosophischen Tradition des Mittleren Ostens gibt es eine Vielzahl von Spuren solcher M\u00e4nnlichkeiten. In der Glaubensphilosophie des Zarathustra etwa geht es um die Einheit des guten Denkens, wahren Sprechens und gerechten Handelns als Quelle der Wahrheit und Sch\u00f6nheit im Sinne eines ethischen Lebens. Diese Werte formen auch die Grundlage einer <strong>freien und \u00e4sthetischen M\u00e4nnlichkeit<\/strong>. Ein weiteres Beispiel auf das \u00d6calan sich bezieht, ist die Figur des Prometheus in der griechischen Mythologie. Zeus, der Patriarch des Pantheons, hatte das Feuer an sich gerissen, weil er seine Herrschaft angezweifelt sah. Prometheus entwendet Zeus daraufhin das Feuer (und damit die Macht und die K\u00fcnste der Zivilisation) und gibt es den Menschen zur\u00fcck. Zur Strafe wird Prometheus von Zeus an die Kaukasus-Felsen gekettet, wo t\u00e4glich ein Adler seine Leber frisst. Prometheus leistet Widerstand, indem er sein Wissen gegen die Herrschaft einsetzt und damit Ausgrenzung und Bestrafung riskiert. \u201cWie Prometheus haben wir gesagt: \u2018Wir nehmen die Macht des dominanten Mannes und \u00fcbertragen sie auf die freie Frau\u2019,\u201d sagt \u00d6calan. Das bedeutet, auf individuelle Macht zu verzichten und sie zu kollektivieren. Die Freiheitsbewegung Kurdistans stiehlt dem unterdr\u00fcckerischen Staat und dem Patriarchat das Feuer der Macht und erm\u00e4chtigt stattdessen die Frauen und dadurch die demokratische Gesellschaft.<\/p>\n<p>In der Jineoloj\u00ee, als Wissenschaft der Frauen und des freien Zusammenlebens, ist die Frage was freie M\u00e4nnlichkeit bedeuten kann ebenfalls ein wichtiges Thema der Forschung und Bildung. In dem Brief, den die Guerilla K\u00e4mpferin H\u00eal\u00een Murat 2016 an das Jineoloj\u00ee Kommittee schrieb, teilt sie ihre Nachforschungen und Reflexionen zu M\u00e4nnlichkeit in ihrer Region, Dersim. Sie geht darin auf das Wort \u201cCam\u00ear\u201d f\u00fcr \u201cMann\u201d ein. Anders als das Kurmanc\u00ee Wort \u201cZilam\u201d kommt \u201cCam\u00ear\u201d von \u201cca\u201d &#8211; Mutter und \u201cm\u00ear\u201d &#8211; Mann, also dem Mutter-Mann, der von einer tiefen Verbindung mit der Mutter kommt. Diese Bezeichnung ist keinesfalls abwertend, wie etwa \u201cMutters\u00f6hnchen\u201d im Deutschen verwendet wird, sondern ist ein Kompliment und wird mit Eigenschaften wie Offenherzigkeit, Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, Mut, Sensibilit\u00e4t oder Verbundenheit zur Erde assoziiert. <strong>Darin spiegelt sich eine frauenzentrierte Kultur wider, in der F\u00fcrsorge, Verantwortung, Erhalt des Lebens im Gleichgewicht mit Gesellschaft und Natur, die zentralen zivilisatorischen Werte darstellen.<\/strong><\/p>\n<p>Auch in der Geschichte der Befreiungsbewegung Kurdistans gibt es viele Beispiele von m\u00e4nnlichen Freunden, die Schritte in Richtung Ver\u00e4nderung der M\u00e4nnlichkeit gegangen sind und damit auch andere M\u00e4nner inspirierten \u2013 so wie Fikr\u00ee Baygeld\u00ee, Atakan Mahir, Mazlum Tekman und viele andere. Auch Internationalisten wie Bager N\u00fbjiyan (Michael Panser) teilten ihre Gedanken zu patriarchaler und freier M\u00e4nnlichkeit. Heval Bager analysierte insbesondere die deutsche M\u00e4nnlichkeit, in Verbindung mit Liberalismus, Staat, der Rolle romantischer Liebesbeziehungen und anderen gesellschaftlichen Aspekten. In seinen Tageb\u00fcchern die 2023 ver\u00f6ffentlicht wurden schreibt er: \u201cVielleicht ist die Geschlechterbefreiung nicht weniger ein innerer Kampf, nicht nur in der Nichtanerkennung der angelernten M\u00e4nnlichkeit, sondern auch im Entdecken und Entwickeln einer \u2018Weiblichkeit\u2019, die sich vom starren Rahmen gel\u00f6st hat.\u201d<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote10sym\" name=\"sdfootnote10anc\"><sup>10<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Wichtig ist, dass Erfahrungen kollektiviert werden und die Schritte der Ver\u00e4nderung, Probleme, Widerspr\u00fcche und Methoden gut ausgewertet werden, sodass langfristige Ver\u00e4nderungen in einem organisierten gemeinsamen Rahmen m\u00f6glich werden.<\/strong> Im Rahmen der Jineoloj\u00ee Akademie wurden solche Bewertungen zum Beispiel in dem Artikel \u201cErgebnisse der Workshop Reihe: Rolle und Verantwortung der M\u00e4nner beim Schaffen der demokratischen Familie und freien Gesellschaft\u201d des Jineoloj\u00ee Forschungszentrums in \u015eehba, Nord- und Ostsyrien geteilt.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote11sym\" name=\"sdfootnote11anc\"><sup>11<\/sup><\/a> Das Andrea Wolf Institut der Jineoloj\u00ee Akademie hat eine <strong>Brosch\u00fcre mit dem Titel \u201cDen dominanten Mann t\u00f6ten und ver\u00e4ndern\u201d<\/strong> ver\u00f6ffentlicht, die in verschiedene Sprachen \u00fcbersetzt wurde.<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote12sym\" name=\"sdfootnote12anc\"><sup>12<\/sup><\/a> Darin werden neben theoretischen und praktischen Grundlagen auch Erfahrungen von M\u00e4nnerbildungen in Rojava und Umfragen mit M\u00e4nnern aus dem Umfeld der internationalistischen Autorinnen ausgewertet.<\/p>\n<p>In dem j\u00fcngst erschienenen Buch \u201cJineoloj\u00ee Ders Notlar\u0131\u201d<a class=\"sdfootnoteanc\" href=\"#sdfootnote13sym\" name=\"sdfootnote13anc\"><sup>13<\/sup><\/a> wird die <strong>Haltung von M\u00e4nnern im Umfeld der Freiheitsbewegung Kurdistans<\/strong> in ihrer Ann\u00e4herung an die Frauenbefreiung und Ver\u00e4nderung des Mannes ausgewertet: Ein erster Typ Mann glaubt nicht an die Existenz des Patriarchats oder die Notwendigkeit es zu \u00fcberwinden. Er ist dem Thema gegen\u00fcber gleichg\u00fcltig, \u00e4u\u00dfert sich aber nicht sehr offen gegen die Frauenbewegung, weil das nicht gut angesehen ist. Dazu geh\u00f6ren auch M\u00e4nner, die sich selbst nicht in der Lage oder in der Verantwortung sehen, sich zu ver\u00e4ndern, oder sich allerh\u00f6chstens dazu zusammenrei\u00dfen, keine Frauen zu schlagen und nicht viel zu fluchen. Ein zweiter Typ Mann denkt von sich selbst, dass er sich schon ver\u00e4ndert habe und frei sei. Er glaubt, dass er auf dieser Grundlage ohne weiteres eine freiheitliche Beziehung mit Frauen eingehen k\u00f6nne. Er denkt jedoch auch, dass viele Frauen noch nicht auf seinem Niveau der Freiheit angelangt und ihm deshalb unterlegen seien. Dieser Typ Mann t\u00e4uscht sich selbst und reproduziert insgeheim das Patriarchat. Ein dritter Typ Mann interessiert sich f\u00fcr die Ver\u00e4nderung der M\u00e4nnlichkeit, scheut sich aber davor sich wirklich zu ver\u00e4ndern. Er bef\u00fcrchtet im Umfeld anderer M\u00e4nner l\u00e4cherlich gemacht, ausgegrenzt oder als Anh\u00e4ngsel der Frauen angesehen zu werden. Ein vierter Typ Mann f\u00fchlt sich stark zu der Umgebung von Frauen hingezogen und flieht aus der Umgebung von M\u00e4nnern. Er tendiert dazu sich individuell vom Patriarchat zu distanzieren und zu befreien, indem er sich an der Kultur der Frauen orientiert und sich damit identifiziert. Er versucht aber nicht mit seiner Identit\u00e4t als Mann auch mit anderen M\u00e4nnern gegen patriarchale M\u00e4nnerbilder zu k\u00e4mpfen und sich auf kollektiver Basis zu befreien. Ein weiterer Typ Mann stellt sich selbst und andere M\u00e4nner wirklich im Sinne der Frauenbefreiungsideologie in Frage und versucht, den kollektiven Kampf zwischen dominanter M\u00e4nnlichkeit und freier M\u00e4nnlichkeit als Teil der Revolution mit Sensibilit\u00e4t und Verantwortlichkeit auszutragen.<\/p>\n<p>Die \u00dcberwindung des Patriarchats ist ein langer Weg und die <strong>Ver\u00e4nderung der M\u00e4nner erfordert gesamtgesellschaftliche Ver\u00e4nderung<\/strong>. Die dominante M\u00e4nnlichkeit zu t\u00f6ten ist mit der Ver\u00e4nderung des Lebens verbunden \u2013 damit, wie wir uns als Gesellschaft organisieren, wie und mit wem wir zusammenleben, wie wir wirtschaften, wie Kinder mit uns aufwachsen, wie wir politische Entscheidungen treffen, was wir glauben, wie wir lieben, wie wir k\u00e4mpfen. Und wie Hevala R\u00fbmet Zagros sagt: \u201cDaf\u00fcr m\u00fcssen auch wir als Frauen uns klar dar\u00fcber werden, was wir wollen. Was f\u00fcr eine Frau bin ich? Was will ich als freiheitsliebender Mensch? <strong>R\u00eaber Apo sagt: Das st\u00e4rkste System zur \u2018Ver\u00e4nderung der M\u00e4nner\u2019 ist die Frauenorganisierung.<\/strong> M\u00e4nner ver\u00e4ndern sich durch Frauen. Das ist der Kampf f\u00fcr den Mann.\u201d <strong>W\u00e4hrend M\u00e4nner sich nicht vor ihrer gro\u00dfen Verantwortung der Ver\u00e4nderung im Sinne der Geschlechterbefreiung dr\u00fccken k\u00f6nnen, m\u00fcssen auch Frauen ihre Komplizinnenschaft mit dem Patriarchat aufgeben.<\/strong> Solange die grundlegende Wichtigkeit der <strong>autonomen Frauenorganisierung<\/strong> nicht geteilt wird, k\u00f6nnen patriarchale Verh\u00e4ltnisse nicht \u00fcberwunden werden. <strong>Solange keine alternativen, kollektiven, liebevollen, k\u00e4mpferischen und organisierten Verbindungen zwischen Frauen bestehen, wird das Patriarchat immer wieder die gesellschaftlichen Spaltungen vertiefen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>F\u00fcr eine tiefgehende Ver\u00e4nderung der M\u00e4nner braucht es historisches Bewusstsein und aktuelle Analysen der gesellschaftlichen Verh\u00e4ltnisse. Es braucht ideologische Tiefe, Offenheit und den Willen sich zu ver\u00e4ndern. Es braucht langfristige gemeinsame Organisierung und Zusammenleben, in denen Reflexion, Kritik und Selbstkritik anhand geteilter Werte stattfinden k\u00f6nnen. Und es braucht vor allem auch das tiefe Wissen und Gef\u00fchl davon, dass Frauenrevolution auch die Befreiung der M\u00e4nner vom Patriarchat bedeutet. Wenn M\u00e4nner wirklich begreifen, dass die \u00dcberwindung des Patriarchats f\u00fcr sie nicht nur einen Verlust fadenscheiniger Vorteile im System bedeutet, sondern den Weg f\u00fcr neue, freie Formen der M\u00e4nnlichkeit \u00f6ffnet, tun sich ihnen neue Dimensionen des Lebens und bedeutungsvoller Beziehungen auf. Wenn sie so viel Wissen, dass sie das System der Unterdr\u00fcckung wirklich ablehnen, wenn sie Liebe f\u00fcr die Frauenrevolution und Freude \u00fcber die Fortschritte der Anderen im Sinne der Freiheit empfinden, anstatt diese als Angriff auf die eigene Macht zu sehen, \u00f6ffnet sich ihnen der Weg zu sch\u00f6nen M\u00e4nnern zu werden.<\/strong><i><\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p id=\"sdfootnote1\"><a href=\"#sdfootnote1anc\" name=\"sdfootnote1sym\">1<\/a> Abdullah \u00d6calan, zitiert in: Say\u0131n, M.: Abdullah \u00d6calan ne diyor? Erke\u011fi \u00d6ld\u00fcrmek; Toprak Publications, 1997<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"#sdfootnote2anc\" name=\"sdfootnote2sym\">2<\/a> Rumet Zagros, zitiert in: Herausgeber_innenkollektiv des Andrea Wolf Instituts: Wir wissen was wir wollen. Frauenrevolution in Nord- und Ostsyrien, edition assemblage, 2020: S.218 ff.<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"#sdfootnote3anc\" name=\"sdfootnote3sym\">3<\/a> Abdullah \u00d6calan bei MED TV: \u201aSosyal Devrim ve Yeni Ya\u015fam\u2019 [Soziale Revolution und Neues Leben]; 26.02.1998<\/p>\n<p><a href=\"#sdfootnote4anc\" name=\"sdfootnote4sym\">4<\/a> Abdullah \u00d6calan, 18 \u015eubat 2004 Tarihli G\u00f6r\u00fc\u015fme Notu<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"#sdfootnote5anc\" name=\"sdfootnote5sym\">5<\/a> Abdullah \u00d6calan: Hevd\u00eetin 4.1.2007<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"#sdfootnote6anc\" name=\"sdfootnote6sym\">6<\/a> Abdullah \u00d6calan: Manifest der Demokratischen Zivilisation, Band 5: Kapitel 5.C.4. \u201cDemokratik Ulusta \u00d6zg\u00fcr E\u015f Ya\u015fam\u201d, 2010<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"#sdfootnote7anc\" name=\"sdfootnote7sym\">7<\/a> Zitat aus einem Telefonat zwischen Abdullah \u00d6calan und dem YAJK Hauptquartier vom 11.04.1998<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"#sdfootnote8anc\" name=\"sdfootnote8sym\">8<\/a> Interview mit S\u00eenan Cud\u00ee, 2018, zitiert in: Andrea Wolf Institut der Jineoloj\u00ee Akademie: Den dominanten Mann t\u00f6ten und ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"#sdfootnote9anc\" name=\"sdfootnote9sym\">9<\/a> Rumet Zagros, zitiert in: Herausgeber_innenkollektiv des Andrea Wolf Instituts: Wir wissen was wir wollen. Frauenrevolution in Nord- und Ostsyrien, edition assemblage, 2020: S.218 ff.<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"#sdfootnote10anc\" name=\"sdfootnote10sym\">10<\/a> Michael Panser \u2013 Xel\u00eel Viyan \u2013 Bager N\u00fbjiyan: Werde, der du bist. Tageb\u00fccher, Notizen und Briefe eines Internationalisten. Unrast Verlag 2023<\/p>\n<p align=\"left\"><a href=\"#sdfootnote11anc\" name=\"sdfootnote11sym\">11<\/a> Siehe: <a href=\"https:\/\/jineoloji.eu\/en\/2022\/09\/13\/open-letter-on-the-outcome-of-social-forum-role-and-responsibilities-of-the-man-in-creating-a-democratic-family-and-free-society\/\">https:\/\/jineoloji.eu\/en\/2022\/09\/13\/open-letter-on-the-outcome-of-social-forum-role-and-responsibilities-of-the-man-in-creating-a-democratic-family-and-free-society\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#sdfootnote12anc\" name=\"sdfootnote12sym\">12<\/a> Zum Download auf deutsch: <a href=\"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Den-dominanten-Mann-toeten-und-veraendern.pdf\">https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Den-dominanten-Mann-toeten-und-veraendern.pdf<\/a><\/p>\n<p id=\"sdfootnote13\"><a href=\"#sdfootnote13anc\" name=\"sdfootnote13sym\">13<\/a> Zozan Sima: Jineoloj\u00ee Ders Notlar\u0131. J\u00eengeh 2023<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201cDas T\u00f6ten des Mannes ist das Grundprinzip des Sozialismus,\u201d sagte Abdullah \u00d6calan 1996. Der folgende Artikel beleuchtet die Hintergr\u00fcnde dieser provokanten These und erz\u00e4hlt davon, wie die Freiheitsbewegung Kurdistans patriarchale M\u00e4nnlichkeit analysiert und warum die Entwicklung einer freien M\u00e4nnlichkeit grundlegender Teil der Frauenrevolution ist.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":1637,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[47,17,42,91,41,84,89,57,38],"tags":[157,185,186,184,155,183,147],"class_list":["post-1613","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-almani","category-frauenbewegung-kurdistans","category-gedanken-von-abdullah-oecalan","category-grundlagen-der-jineoloji","category-hevjiyana-azad-zusammenleben-in-freiheit","category-veranderung-des-mannes","category-veroeffentlichungen","category-ziman","tag-abduallah-oecalan","tag-dominante-maennlichkeit-toeten","tag-frauenrevolution","tag-kustina-zilam","tag-liebe","tag-maennlichkeit","tag-patriarchat"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1613","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1613"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1613\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1645,"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1613\/revisions\/1645"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1637"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1613"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1613"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/jineoloji.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1613"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}